Suche in der ARD

Deutsches Rundfunkarchiv
Von Günter Eich bis Heiner Goebbels
Die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main erfasst seit 1945 das Hörspielprogramm in Deutschland. Entdecken Sie fast 60 Jahre Hörspielgeschichte.
Vom "Tatort" ins Hörspielstudio: Andrea Sawatzki.Die Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Hörspielprogramm in Deutschland seit 1945 systematisch zu erfassen. Kataloge mit Nachweisen zu den urgesendeten Hörspielen der ARD wurden von 1981 bis einschließlich 2008 jährlich veröffentlicht und sind über den Buchhandel erhältlich. Ebenso liegen Kataloge zum "Hörspiel 1945–1949", zum "Hörspiel 1950–1951", zum "Hörspiel 1952–1953" und zum "Hörspiel 1954–1955" vor.
Die im Internet veröffentlichte Datenbank enthält alle im Deutschen Rundfunkarchiv bisher recherchierten Daten zu Hörspielen der ARD (einschließlich der 1945–1950 entstandenen Produktionen) bzw. zu Hörspielen, die unter der Beteiligung der ARD produziert worden sind und zu den Hörspielen des Rundfunks der DDR. Darüber hinaus enthält die Datenbank jetzt auch zahlreiche Sendungen aus dem Gebiet der Akustischen Kunst, sofern diese von einer Hörspielredaktion produziert worden sind.
Einige Hörspiele des Senders BBC-Deutscher Dienst sind ebenso verzeichnet wie auch gelegentlich selbstständige Produktionen anderer ausländischer Produzenten. Ab dem Berichtsjahr 2002 werden auch so genannte freie Autorenproduktionen, die in der ARD ausgestrahlt wurden, erfasst.
Generell werden die Hörspiele unabhängig davon nachgewiesen, ob noch Aufnahmen auf Tonträgern vorhanden sind oder nicht.
Fast alle Hörspiele der ARD
Hochwertige Produktionen: Hörspiel in der ARD.Derzeit sind in der Datenbank, dem Stand der Dokumentation im Deutschen Rundfunkarchiv entsprechend, fast alle Hörspiele der ARD abrufbar, die zwischen 1945 und ca. 1962, z.T. auch bis 1965 entstanden sind, sehr viele Hörspiele zwischen 1965 und 1980 sowie nahezu alle Produktionen von 1981 bis einschließlich 2011.
Es fehlen noch einige Nachweise zu Hörspielen beispielsweise von Radio Saarbrücken 1955–1957 und NWDR Hannover ab 1955 sowie zu Produktionen der ARD, der Deutschen Welle, des Deutschlandfunks und des RIAS Berlin aus den 60er und 70er Jahren.
Kontinuierliche Pflege und Ergänzung
Beliebte Stimme: Ulrich Noethen.Auch zu den bereits systematisch erschlossenen Jahrgängen erfolgen immer wieder Nachträge (besonders aus den Bereichen "Unterhaltung", "Kinderhörspiel" und "Mundart"). Die Schließung aller Lücken wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Datenbank enthält in erster Linie Produktionsnachweise aus den Hörspielredaktionen der Rundfunkanstalten. Berücksichtigt wurden darüber hinaus – wenn auch nicht systematisch – Mundarthörspiele und Hörspiele aus den Unterhaltungsredaktionen.
Systematisch aufgenommen wurden Kinderhörspiele erst ab Mitte der 80er Jahre; davor ist die Dokumentation ebenfalls noch lückenhaft. Hörspiele des Schulfunks wurden nicht erfasst. Generell wurden nur gesendete Hörspiele berücksichtigt. In einigen Einzelfällen wurde von dieser Richtlinie abgewichen. In vielen Fällen war ein Sendedatum nicht zu ermitteln.
Die Rekonstruktion des Hörspielgeschehens
Konzentration: Schauspieler Christian Berkel.Eine Schwierigkeit bei der Rekonstruktion des Hörspielgeschehens in den 50er Jahren liegt darin, dass oftmals nicht zu erkennen ist, ob es sich bei einer angekündigten Sendung mit verschiedenen Sprechern tatsächlich um ein Hörspiel handelt oder um eine Lesung mit verteilten Rollen. Nicht immer findet sich in der Programmankündigung der Hinweis "Hörspiel". Sehr häufig ist von "Funkerzählung", "Funkbild", "Funknovelle", "Funkkomödie", "Lustspiel", "Hörszene" oder dergleichen die Rede.
"Funkbearbeitung" meint nicht in jedem Fall die Umsetzung einer literarischen Vorlage als Hörspiel. Angesichts der begrifflichen Vielfalt konnte keine eindeutige Richtlinie zur zweifelsfreien Bestimmung dessen, was als Hörspielsendung zu definieren ist, festgelegt werden. Es musste in jedem Einzelfall neu entschieden werden. Mit einer gewissen "Unschärfe" muss angesichts der schwierigen Informationslage und des historischen Abstandes also gerechnet werden.
In Einzelfällen wurden auch Mitschnitte von Theateraufführungen berücksichtigt.
Serien und Sendereihen wurden nur dann dokumentiert, wenn hinreichende Informationen über einzelne Folgen, zumindest über den Titel oder einzelne Mitwirkende vorlagen.
Die Inhaltsangaben zu den Hörspielen stammen, soweit nicht anders vermerkt, in der Regel aus historischen Senderunterlagen und aus den genannten Programmzeitschriften. Außer gelegentlichen Kürzungen und orthographischen Verbesserungen wurden keine Veränderungen vorgenommen.
Aufgrund der z.T. schwierigen Quellenlage führte die Recherche zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen: so finden sich in der Datenbank neben bloßen Titelnachweisen auch ausführliche Informationen zu Hörspielproduktionen.
Ein Blick ins Archiv: Hörspiele auf Tonträgern
Liebt Brel und das Hörspiel: Dominque Horwitz.Der Hinweis "Tonträger nicht verfügbar" weist bei älteren Hörspielen (50er/60er Jahre) in der Regel darauf hin, dass das Hörspiel gelöscht wurde. Grundsätzlich ist jedoch die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass verloren geglaubte Aufnahmen als Kopien bei anderen Rundfunkanstalten oder Institutionen sowie bei Privatpersonen zu finden sind. Bei jüngeren Produktionen empfiehlt sich generell die Nachfrage bei der produzierenden Sendeanstalt.
Die Tonträger der als vorhanden gekennzeichneten Produktionen befinden sich in der Regel bei der jeweils federführend produzierenden Sendeanstalt.
Sofern es nicht möglich war, ein Hörspiel als Bearbeitung einer Vorlage oder als Originalhörspiel zu bestimmen, fehlen diese Angaben.
Möge die überaus große Anzahl von Produktionen als Fundgrube für Entdeckungen dienen. Die Datenbank des Deutschen Rundfunkarchivs in Frankfurt am Main wird kontinuierlich gepflegt und ergänzt. Über Anregungen, Berichtigungen und Ergänzungen freuen wir uns. Für spezielle Auskünfte und Rechercheaufträge zum Thema "Hörspiel" stehen die entsprechenden MitarbeiterInnen gerne zur Verfügung.
Hinweis: Aufgrund einer Datenbankumstellung kann diese Internet-Anwendung vorübergehend nicht aktualisiert werden. Das vorläufig letzte Update erfolgte Anfang März.
(Ulrike Schlieper-Müller, DRA Frankfurt am Main)
ARD | Stand: 25.03.2012
