Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Weitere ARD Online-Angebote.

21.11.2009

Das Logo von ARD.de

http://www.ard.de/-/id=893532/e862i9/index.html

Banner Hörspieltage

Beginn des Inhaltes

Nominiert für den ARD Online Award

::Das Wunderwerk - oder The RE-Mohammed-TY-Show ::

Wünscht sich der moderne Mensch im Grunde die Katastrophe? Weil Panik dazu führt, dass wir endlich etwas Anderes als Gleichgültigkeit empfinden? Ein hochbrisantes Stück mit schwarzem Humor.

Kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sagte Karlheinz Stockhausen auf einer Pressekonferenz: "Was da geschehen ist, ist - jetzt müssen Sie alle Ihr Gehirn umstellen - das größte Kunstwerk, das es je gegeben hat." Ein Aufschrei der Empörung bewegte Stockhausen wenig später zu einer öffentlichen Entschuldigung: "Wenn sich irgendjemand verletzt fühlt durch meine Äußerungen bei der Pressekonferenz, dann bitte ich um Verzeihung, denn ich habe nie gefühlt oder gedacht, was in meine Worte hineingelegt worden ist."

Fabrikschlote Foto: picture-alliance/dpa

Der Autor Christian Lollike nimmt Stockhausens irritierende Worte als Ausgangspunkt für seinen Text, in dem er seine Figuren auf die Suche nach dem "Wunderwerk" schickt. Es soll nicht so falsch und gespielt sein, wie die Reality-Shows, die "RE-Mohammed-TY-Shows".

Es soll echt sein und wahr und es soll Aufmerksamkeit erregen: "Das Wunderwerk wirft die Frage auf: Wünscht sich der moderne Mensch im Grunde die Katastrophe? Weil die Katastrophe die Panik erregt, die dafür sorgt, dass wir endlich etwas anderes als Gleichgültigkeit empfinden?"

Das Publikum soll sich besser fühlen

Es ist das Stück "Die Fremden", das die Figuren proben und mit dem sie ein "Wunderwerk" zu erschaffen hoffen. Das Publikum soll aber nicht lernen, sich in Fremde hineinzuversetzen und toleranter zu werden, sondern es soll sich besser fühlen. Denn hat das Publikum nicht schon allein dadurch, dass es sich das Stück anhört, alles getan, um sich in Fremde hineinzuversetzen?

"Das Wunderwerk oder The RE-Mohammed-TY Show" wurde in Dänemark als Meisterwerk gefeiert und war gleichzeitig Anlass für kontroverse öffentliche Diskussionen. Thematisch hochbrisant, mit schwarzem Humor und sprachlich versiert, wirft es ein Schlaglicht auf den Komplex von Kunst, Glauben und Terror.



Stockhausen hat 9/11 als "größtes Kunstwerk" bezeichnet. Aber war "Titanic" nicht doch besser - und echter?

Mohammed Atta sitzt im Flugzeug. Doch, sein Glauben ist fest - da ist er ganz sicher. Denn schließlich schafft er ja gleich das "Wunderwerk".

Ich spüre Deinen Hass, sagt Mohammed. Aber ich will an meinen Werten festhalten – bist Du sicher, dass DU die richtigen Werte verteidigst?


Die Mitwirkenden

Mira Partecke
Laura Maire
Fabian Busch
Barnaby Metschurat

Tontechnik: Ute Hesse und Angela Raymond
Regie: Antje Vowinckel
Regieassistenz: Benno Schurr
Dramaturgie: Dagmar Schnürer

Produktion: Südwestrundfunk 2008

Dauer: 55'36''

 

Vielen Dank für Ihre Kommentare!

Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zu: "::Das Wunderwerk - oder The RE-Mohammed-TY-Show ::" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.

Bernhard | 13.11.2008 | 13.39 Uhr
Spät aber doch habe ich mir doch noch das ganze Hörspiel angehört und muss mein Urteil vom 4.11. revidieren. Das war schon sehr intensiv. Interessant, wie das Medium den Einfluß der Medien auf unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit analysiert und durch den Blick auf Einzelschicksale dann doch noch selbst auf die Human-Touch-Schiene gerät. Aber dennoch sehr beeindruckend. Wie will man es auch anders machen, wenn man möglichst nah an das Ungeheure, was da beschrieben wird, ran möchte. Quasi eine Demonstration des vorher beschriebenen Ästhetikprogramms am Schluss.
Andreas L. | 10.11.2008 | 18.34 Uhr
Ich fand das Hörspiel mit Abstand am besten. Es berührt und spiegelt etwas den Wahnsinn der uns umgibt.
Andreas | 09.11.2008 | 19.22 Uhr
Fantastisch gemacht. Eine für mich sehr überraschende und wirksame Herangehensweise. Intensiv und nachhaltig.

Stand: 22.10.2008

  • Druckversion
  •  Weiterempfehlen
Die ARD ist nicht für die Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.
Christian Lollike Foto: Felix Bloch Erben

Der Autor

Christian Lollike, geboren 1973 in Dänemark, ist Gründungsmitglied von "The Sheriff", einer Gruppe, die dem vorhersehbaren Theater den Kampf angesagt hat. Im Jahre 2001 schloss er sein Studium des Szenischen Schreibens am Theater Aarhus ab. Zu seinen Werken zählen Hörspiele, Drehbücher und mehrere Theaterstücke. Die dänische Produktion von "Das Wunderwerk" wurde 2006 mit dem Prix Europa ausgezeichnet.

 Standort:
© SWR 2009

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW