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23.05.2012

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Beginn des Inhaltes

Der Deutsche Kinderhörspielpreis 2011

Gewonnen hat: "Nina und Paul" von Thilo Reffert

Die ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Grundschüler von Thilo Reffert überzeugte die Jury, die sich für die "Deutschlandradio Kultur"-Produktion entschied. Der Preis würdigt den besten Originalstoff oder die beste Adaption für Kinderhörspiele.

"Nina und Paul" erzählt die Geschichte eines einzigen Tages, vom Aufstehen bis zum Abend. Es ist Schuljahresende, Zeugnisausgabe, Ferienbeginn für Nina. Auch für Paul. Jahrelang sind sie in die selbe Klasse gegangen, aber nie haben sie miteinander geredet – außer in Englisch, aber nur um Dialoge zu üben. Nun wird Nina die Schule wechseln und Paul versteht, er wird Nina niemals wiedersehen. Heute ist die letzte Chance.

Der Autor

Autor Thilo Reffert wurde 1970 in Magdeburg geboren. Er studierte Theaterwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur in Berlin.

Nach einer Hospitanz am Berliner Ensemble arbeitete er als Dramaturg und Theaterpädagoge am Landestheater Neustrelitz und am Staatstheater Schwerin. Seit 2000 schreibt Thilo Reffert Theaterstücke.

Sein Hörspiel-Debüt "Hellas Sonntag" wurde 2002 vom MDR gesendet. Für sein Hörspiel "Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle" (MDR) erhielt er 2010 den Hörspielpreis der Kriegsblinden, den Hörspielpreis der ARD sowie den ARD Online Award.

"Nina und Paul" basiert auf Refferts gleichnamigen Kinderbuch, das vergangenes Jahr im Little Tiger Verlag erschienen ist. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.

Begründung der Jury

Die erste Liebe unter Grundschülern - ein solcher Stoff für ein Kinderhörspiel hat es in sich. Da könnte man glatt rot werden, so wie Nina, die am letzten Schultag vor den Ferien beim Reimspiel folgende Sätze von Paul zu hören bekommt: "Auf einem Sofa, das alt war, lag ein Kater, der verknallt war!" Dabei schaut Paul sie unverwandt an, wie peinlich. Aber peinlich ist eben gar nichts an Thilo Refferts Hörspiel "Nina und Paul", im Gegenteil - dem 1970 in Magdeburg geborenen Autor gelingt es vorzüglich, kindliche Gefühle an der Schwelle zum Jugendalter auf den Punkt zu bringen.

Das liegt an der sprachlichen Genauigkeit und der literarischen Qualität, mit denen Reffert seine Figuren zeichnet und in Konflikte verwickelt, die dann doch irgendwie alle lösbar sind. So ist es Paul, der coole Junge, der zu Emotionen steht, vor denen Nina noch zurückschreckt. Jenseits von Klischees erzählt das Hörspiel eine zarte Liebesgeschichte, die auch dramatisch sein kann und glücklicherweise komisch. Also fast wie im richtigen Schülerleben.

Die "Top 5" der Einreichungen 2011

  1. "Nina und Paul" - von Thilo Reffert, Regie: Judith Lorentz (DKultur)
  2. "Alice im Wunderland" - nach Lewis Carroll, Regie: Henrik Albrecht (NDR)
  3. "Die Füchse von Andorra" - von Marjaleena Lembcke, Regie: Judith Ruyters (WDR)
  4. "Der Pap@mat" - von Peter Jacobi, Regie: Oliver Sturm (Autoreneinreichung)
  5. "Container-Paule" - von Heidi Knetsch und Stefan Richwien, Regie: Robert Schoen (hr)


Der Wettbewerb

Bis zum 1. August lief die Bewerbungsfrist für den Deutschen Kinderhörspielpreis, den die ARD gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW und in Zusammenarbeit mit der Stadt Wuppertal jährlich ausschreibt. Ziel des Preises ist es, den besten Originalstoff oder die beste Adaption für Kinderhörspiele zu würdigen.

40 Produktionen waren zum Wettbewerb zugelassen. Einreichen konnten neben den Landesrundfunkanstalten der ARD und Deutschlandradio Kultur (DLR) auch Verlage, Autoren und andere Hörspiel-Produzenten. Bedingung ist, dass die eingereichten Werke bereits veröffentlicht bzw. gesendet wurden oder einen festen Sende- bzw. Veröffentlichungstermin bis zum 31. Dezember 2011 nachweisen können. Produktionen, die vor dem 1. Juli 2010 erschienen sind, sind nicht zugelassen. Jeder Einreicher darf nur eine Produktion mit einer maximalen Länge von 90 Minuten in Form einer CD zum Wettbewerb einsenden.

Über die Vergabe des Deutschen Kinderhörspielpreises entschieden in diesem Jahr: der stellvertretende Feuilletonchef beim Kölner Stadt-Anzeiger Frank Olbert (Juryvorsitz), die Dramaturgin und Autorin Kerstin Behrens, die Journalistin Dr. Eva-Maria Lenz, die Produzentin und Autorin Karin Lorenz sowie der Autor Herrmann Schulz.

Am Samstag, 12.11.2011, wurde im ZKM_Medientheater im Rahmen der feierlichen Preisverleihung auch der Deutsche Kinderhörspielpreis verliehen.

Stand: 07.11.2011

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