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09.02.2012

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Beginn des Inhaltes

Nominiert für den ARD Online Award

:: Speicher ::

Filmdialoge, Foren-Gespräche aus dem Internet und Texte der letzten 200 Jahre rund um das Thema Reisen - kombiniert mit elektronischer Musik zu einem zeitlosen "Weltraumflug".

Thematischer und formaler Ausgangspunkt für "Speicher" ist "VariaVision - Unendliche Fahrt", die 1965 realisierte, heute verschollene intermediale Arbeit von Alexander Kluge (Texte), Edgar Reitz (Filme) und Josef Anton Riedl (Musik) zum Thema des Reisens.

"VariaVision" versuchte als Rauminstallation durch die gleichzeitige Vorführung und Wiedergabe von Filmen, mehrkanaliger Musik und Sprache eine neue und andere Wahrnehmung von Musik, Film und Text zu verwirklichen. Reitz und Kluge unterrichteten damals an der internationalen Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens zwischen 1955 und 1968 maßgeblich die deutsche und internationale Design-, Kunst- und Mediengeschichte geprägt hat.

Ein Studio wird zum Klingen gebracht

Die HfG führte als private Hochschule, getragen durch die Geschwister-Scholl-Stiftung, die gewaltsam beendete Tradition des Bauhauses fort und definierte für die BRD die Begriffe Moderne/Utopie/Gestaltung/Alltagskultur/Erziehung/frühe digitale Kultur im Sinne eines demokratischen und ästhetischen Neuanfangs in Deutschland nach 1945, zwischen Utopien und Realitätssinn. So befand sich in der Hochschule ab 1963 eines der ersten elektronischen Studios in Westdeutschland, das 1959 in München gegründete Siemens-Studio für elektronische Musik. Das Studio mit seinem Versprechen von neuen, rein elektronisch erzeugten Klängen, wurde seinerzeit sehr erfolgreich international von Komponisten und Musikproduzenten genutzt, heute ist es im Deutschen Museum München ausgestellt. Riedl realisierte in diesem Studio die Musik für "VariaVision".

Für "Speicher" hat Michaela Melián das Studio im Deutschen Museum München noch einmal zum Klingen gebracht. Diese Klänge, Töne, Geräusche wurden aufgezeichnet und bilden die klanglichen Basisbausteine für eine neue Komposition. Dazu verschränkt sie Aussagen und Texte zu Reise und Bewegung zu tönenden Schleifen und Spiralen. In den Münchner Kammerspielen entstand am 29. Februar 2008 während des Festivals DOING IDENTITY-BASTARD MÜNCHEN (26.01.-08.03.08) mit "Speicher" eine Raumsituation, die die Konzeption von "VariaVision" mittels Projektionen und Wandzeichnungen, Stimme und Musik aufgreift, in der die Besucher sich als Teil derselben dynamisch wahrnehmen, in der der Standpunkt des Publikums nicht definiert ist.



Unterwegs im Zug, so wie Tausende andere Menschen in diesem Moment. Losfahren, der Erzähler ist erleichtert. Die Welt – die ist draußen.

Alle sprechen die gleiche Sprache. Alle wollen den Apparat, der das möglich macht. Und alle wollen in der Fabrik arbeiten, die den Apparat baut.

Dutzende Wörter beschreiben das Zugverhalten von Vögeln. Irgendwie scheinen sie auch das menschliche Reisen oder Nichtreisen zu erklären.


Die Mitwirkenden

Stefan Merki
Hans Kremer
Peter Brombacher
Christos Davidopoulos
Chris Dercon
Laura Maire

Ton: Wilfried Hauer
Komposition: Michaela Melián/Carl Oesterhelt
Realisation: Michaela Melián
Assistenz: Katja Langenbach
Schnitt: Susanne Herzig

Produktion: Bayerischer Rundfunk 2008

Dauer: 53'01''

 

Vielen Dank für Ihre Kommentare!

Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zu: ":: Speicher ::" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.

Karl-Heinz Meinecke | 22.11.2008 | 18.33 Uhr
Interessante neue Aspekte zur Beschreibung einer Reise
klaus walter | 11.11.2008 | 18.52 Uhr
die kollegin aus der lindenstraße hat recht. unbedingt no.1
schon föhrenwald war großartig.
Markus | 07.11.2008 | 11.57 Uhr
Auch ich finde dieses Rechtegetue total albern, vor allem wenn es dann auch noch um Werke geht, die wir alle durch unsere Rundfunkgebühren bereits bezahlt haben. Das Hörspiel selbst habe ich zum Glück vor Ort angehört, da hat man wenigstens die nötige Ruhe und die Jurydiskussion ist ebenfalls spannend. Mich hat nur die Musik beeindruckt, die wirklich mehr als gelungen ist. Inhaltlich finde ich es langweilig bis belanglos.

Stand: 22.10.2008

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Michaela Melian Foto: Thomas Meinecke

Die Autorin

Michaela Melián, Künstlerin und Musikerin, wurde 1956 geboren und lebt in Oberbayern. Sie absolvierte ein Musik- und Kunststudium in München und London und war von 1980 bis 1986 Mitherausgeberin des Magazins Mode und Verzweiflung (München). 1998 und 1999 hatte sie eine Interimsprofessur an der Akademie der Bildenden Künste in München inne, 2006 bis 2008 eine Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HfbK).

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