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Suche im Radio Tatort

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Beginn des Inhaltes

Illustration Foto: Jürgen Frey, Berlin

Die Unsichtbare

Ein aufgebrachter Kleingärtner meldet einen Einbruch und bittet um Polizeischutz. Hauptkommissarin Evernich nimmt ihn nicht ernst und geht mit ihrer Tochter auf den Bremer Freimarkt. Kurz darauf ist der Kleingärtner tot. Evernich und Staatsanwalt Gröninger stehen vor einem Fall mit bundesweiten Dimensionen.

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Im Interview: Schauspieler Markus Meyer

"Ich bin eher der emotionale Mensch"


Herr Meyer, Sie haben die Aufnahmen zum neuen Bremer Radio Tatort gerade hinter sich. Wie wars?

Markus Meyer Foto: Julia Baier

Markus Meyer: Wie auch im letzten Jahr war es ganz toll. Es hat wahnsinnigen Spaß gemacht, da wieder anzuknüpfen, mit der Marion vor allem, aber auch mit dem gesamten Team. Ich hatte auch viel Spaß mit dem jungen Polizisten Claas, weil er Gröninger ein bisschen piesackt und mit seinem Ehrgeiz Konkurrenz macht - auch im Verhältnis zu Frau Evernich, die ein mütterliches Interesse für ihn zu entwickeln scheint. Das wurmt Gröninger natürlich.

Haben Sie seit der letzten Produktion ab und zu an Kurt Gröninger gedacht?

Ich hab oft an ihn gedacht, mich haben auch Leute darauf angesprochen. Und als das Manuskript für die zweite Folge kam, habe ich mich schon sehr auf die Produktion gefreut. Ich bin dann auch noch mal in mich gegangen und habe nachgeforscht, wie Herr Gröninger denn war.

Was gefällt Ihnen an der Rolle?

Dass das so ein kleiner Verklemmter ist. Dass er irgendwie so ein Paragraphenreiter ist, so ein ganz Genauer. Dass er gern kocht, das tue ich privat selbst gern und dass er so ein bisschen hinterwäldlerisch ist und nicht so richtig in das normale Leben reinpasst, weil er viel hinter seinen Büchern sitzt. So ein rational denkender Mensch. Das finde ich interessant, da reibt sich was zwischen Herrn Gröninger und Herrn Meyer.

Was reibt sich?

Ich bin tendenziell eher der emotionale Mensch, während Gröninger der Kopfmensch ist. Es ist sehr interessant, mal in so einen Kopfmenschen reinschlüpfen zu können.

Sie sagten, Sie seien auf die Produktion angesprochen worden, wie waren die Reaktionen?

Die waren ganz gut. Die Leute haben sich das gerne angehört, fanden es ein bisschen schade, dass der Fall nicht zur Lösung gekommen ist. Aber als ich gesagt habe, dass es ein authentischer Fall ist, waren viele Leute wieder wohl gestimmt und hatten Verständnis, weil der Fall auch in der Realität noch nicht gelöst wurde. Die meisten fanden die Kombination zwischen der Kommissarin und Staatsanwalt lustig und wünschen sich da noch spritzigere Dialoge.

Sie haben sich bestimmt die Zukunft von Gröninger und Evernich vorgestellt, hat das neue Manuskript Ihren Erwartungen entsprochen?

Das Verhältnis zwischen Frau Evernich und Herrn Gröninger ist in der Tat noch spritziger geworden.

Kennen Sie einen echten Staatsanwalt?

Nein, einen Staatsanwalt kenne ich nicht, nur eine Richterin.

Wie stellen Sie sich die Arbeit eines Staatsanwalts vor?

(Lacht.) Ja. Aus schauspielerischer Sicht finde ich alles, was nur hinterm Schreibtisch passiert - und diese Arbeit stelle ich mir so vor - eher ein bisschen trocken und öde. Ich mag ja gerade auch das Körperliche, die Bewegung an meinem Beruf. Aber wenn es interessante Fälle gibt, an denen man sich auch insofern beteiligen kann, indem man zu den Tatorten fährt, bzw. mit den Verdächtigen auch näher in Kontakt kommt, dann kann das vielleicht auch sehr interessant sein. 

Im Hörspiel sind Sie Staatsanwalt, mischen sich aber gern in die Ermittlungen der Polizei ein. Gehen Sie im Privatleben auch gern über Grenzen, wenn Sie etwas erreichen wollen?

Meine Mutter hat immer gesagt, ich sei eine Nervensäge. Ich denke mir, steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn ich wirklich etwas will, bin ich schon anstrengend. Ich hake immer wieder nach und klopfe an alle Türen, so dass ich mir sagen kann, ich habe wirklich alles gemacht, um dieses Ziel zu erreichen.

Im neuen Fall gab es eine Szene in einer Schrebergartenhütte. Wie wird das im Hörspiel umgesetzt?

Da werden Holzplatten hingelegt, so dass es ein gewisses Knarrgeräusch gibt, wenn man sie betritt. Es war auch sehr eng, wie es auch in der Realität hätte sein können. Und durch diese Enge und das Knarren kommt für den Schauspieler, also für mich, leichter das Gefühl auf, dass da ein Mord passiert ist. Ich hatte sogar den merkwürdigen Geruch einer Laube in der Nase.

Wie soll es Ihrer Meinung mit dem Bremer Radio Tatort weiter gehen?

Ich möchte gerne mal ein bisschen mehr über Gröningers Privatleben erfahren. Evernich und Gröninger sollten sich auch mal über ihre emotionalen Zustände unterhalten. Es muss natürlich vorrangig um den Fall gehen, aber mich würde sehr interessieren, tiefer in die Figuren hineinzugucken. Bisher stelle ich es mir so vor, dass in Gröningers Leben nur seine Arbeit und seine Eltern eine Rolle spielen - Mutti!

Das Interview führte Janine Lüttmann, Radio Bremen

Stand: 05.05.2009

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