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Kriminaloberrat Finkbeiner, geboren am 11. März 1959 in Haltingen im Markgräfler Land, auf der deutschen Seite zwischen Lörrach und Basel, hat sich länger in und um Freiburg aufgehalten, ist mit Leib und Seele Badener und lebt in Stuttgart Bad-Cannstatt.
In der Nähe seiner Dienststelle hat Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner eine kleine 3-Zimmer-Wohnung, in der er allein lebt. Er ist seit über 10 Jahren geschieden und Vater zweier Kinder: Hansi (geb. 1987) studiert in Berlin Jura und Annkathrin (geb. 1989) macht nach dem Abitur eine Selbstfindungsphase durch. Er hat noch einen jüngeren Halbbruder, Mike, zu dem er kaum Kontakt hat.
Die Mutter ist an Krebs gestorben, sein Vater leidet im Endstadium an Alzheimer und liegt in Lörrach im Pflegeheim. Manchmal besucht Finkbeiner ihn, hält seine Hand und erzählt ihm Geschichten. Finkbeiner liebt alemannische Gedichte wie "Die Vergänglichkeit" von Johann Peter Hebel: "... und wenn du an dem Kreuzweg stohsch/ unn nimmer weisch, wie´s widdergoht ..." Das hat für ihn etwas Tröstendes.
Finkbeiner ist einsam und flüchtet sich in die Arbeit: Er leitet gern das Dezernat "Operative Fallanalyse" im Landeskriminalamt Baden-Württemberg in Stuttgart Bad-Cannstatt. Das Dezernat ist im Aufbau begriffen. Von der Schutzpolizei über das Dezernat für Tötungsdelikte und den Stab der Polizeidirektion hat sich Finkbeiner zum Kriminaltechnischen Institut des LKA hochgearbeitet. Nur ungnädig lässt er sich "Profiler" nennen: Den Begriff gibt es nicht einmal in Amerika, sagt er. Sein Dezernat in Stuttgart umfasst bislang zwei Mitarbeiter: Er und seine Assistentin Nina Brändle bilden das Team, das dann zum Einsatz kommt, wenn ein Fall immer komplexer wird und die örtlichen Polizeidienststellen und Kriminalämter nicht mehr weiter wissen. Dass er allein vor sich hin arbeitet, ist ihm recht.
Denn Finkbeiner ist ein Schwarzwälder Tüftler und absolut kein Teamgeist – doch findet er zu jedem Menschen einen Draht. Zudem liebt er unkonventionelle Arbeitsweisen, die ihn häufig an die frische Luft führen. Denn "der Tatort trägt die Handschrift des Täters". Wenn Finkbeiner gefragt wird, ob er sich in einen Mörder hineinversetzen kann, zitiert er einen berühmten Kollegen: "Ich kann nicht wie ein Serienmörder denken. Ich kann nur seine
Schuhe benutzen." Er spricht nie darüber, aber er weiß, bei ihm ist es anders. Ganz anders. Er kann das.
Geboren 1954 in Olten, besuchte Ueli Jäggi ab 1979, nach seinem Studium der Germanistik, Romanistik und Geschichte, die Schauspielakademie Zürich. Anschließend nahm er Engagements am Theater der Jugend in München und am Schauspielhaus Nürnberg an.
Jäggi war in zahlreichen Fernseh- und Filmrollen zu sehen, zuletzt u. a. in "Donna Leon – Commissario Brunetti". Von 2000 bis 2004 war er festes Mitglied des Schauspielhauses Zürich, wo er beispielsweise in Marthalers "Was ihr wollt", "Die schöne Müllerin", "Groundings", "Dantons Tod" sowie in Frank Castorfs Inszenierung von Döblins "Berlin Alexanderplatz" spielte.
Ueli Jäggi wurde 2001 von "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres gewählt und erhielt 2004 und 2008 den Deutschen Hörbuchpreis, u. a. für seine Lesung von Melvilles "Bartleby, der Schreiber". Seit 2004 arbeitet er zunehmend als Regisseur, u. a. am Luzerner Theater: 2007 inszenierte er dort Friedrich Dürrenmatts "Das Versprechen" und 2009 am selben Haus "der Gehülfe" nach dem Roman von Robert Walser. 2010 führte er Regie bei "In Amrains Welt, auf der Suche nach der wiedergefundenen Zeit". Mit Beat Fäh schrieb er "Usflug", ein Theaterstück für Kinder.
Ueli Jäggi war auch als Sprecher an zahlreichen Hörspielen beteiligt. Seit 2008 spricht er den Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner in den vom SWR produzierten Folgen des ARD Radio Tatort.
Stand: 04.05.2011