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Burn-Out-Syndrom
Wenn die Arbeit über den Kopf wächst
Immer weniger Zeit für immer mehr Arbeit: Der Dauerstress im Job hat zunehmend psychische und physische Überforderungen zur Folge. Wie erkenne ich erste Anzeichen des Ausgebranntseins?
Die Zahlen sind alarmierend: Rund 100.000 Menschen wurden 2010 mit der Diagnose "ausgebrannt" krankgeschrieben, so eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vom April diesen Jahres. Die Zahl der Krankheitstage wegen Burn-Out sei in Deutschland zwischen 2004 und 2010 um das Neunfache gestiegen.
Längst hat das Burn-Out-Syndrom seinen Ruf als "Managerkrankheit" verloren. Inzwischen ist bekannt, dass es in allen Berufen vorkommen kann. Besonders gefährdet sind jene, die sich im Job stark engagieren und häufig mit anderen Menschen zu tun haben: Das sind Menschen in Pflegeberufen, etwa in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Kindergärten. Aber auch Sozialpädagogen, Lehrer, Anwälte und Geistliche sind häufig betroffen. Außerdem leiden mehr Frauen als Männer am Burn-Out-Syndrom.
Wie entsteht das Burn-Out-Syndrom?
Das Burn-Out-Syndrom entsteht durch psychische wie physische Überforderungen - ein schleichender Prozess, der nicht nur die Gesundheit, sondern auch Ehen und Freundschaften gefährdet. Experten sprechen von einem "Burn-Out-Zyklus", der wie eine Abwärtsspirale bis zur völligen Erschöpfung führen kann. Anfangspunkt des Zyklus ist häufig ein übertriebener Ehrgeiz der Betroffenen. Sie wollen ihren Job besonders gut machen und müssen sich dabei selbst etwas beweisen. Schnell können Zwang und Verbissenheit hinzukommen. Die eigenen Bedürfnisse werden vernachlässigt, das Privatleben kommt zu kurz. Jedoch wird dieser Verlust an Lebensqualität oft gar nicht wahrgenommen. Irgendwann entstehen aus dem Stress heraus Gefühle der Orientierungslosigkeit und/oder Desinteresse. Die Qualität der eigenen Arbeit, an die einmal so hohe Ansprüche gestellt wurden, leidet. Ängste und Suchtverhalten können die Folge sein. Der Endpunkt der Spirale: Der Zustand des Ausgebranntseins, das Burnout-Syndrom.
Auf Signale des Körpers achten
Das Burnout-Syndrom ist eine häufig unterschätzte und wenig beachtete Krankheit. Oftmals lässt sie sich nur schwer diagnostizieren. Allerdings gibt es zahlreiche körperliche und seelische Symptome, die sich oft über Monate hinziehen. Sie können auf ein Burnout-Syndrom hinweisen:
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung
- Depressionen und Ängste
- Schlaf- und Konzentrationsstörungen
- Herz- und Kreislaufprobleme
- Chronische Schmerzen
- Sexuelle Probleme
- Tinnitus, Hyperakusis, Hörstürze
- Magen-Darm-Beschwerden
- Insgesamt geschwächtes Immunsystem
Schalten Sie einen Gang zurück
Vermeiden können Sie dies durch genügend Erholung und eine deutliche Trennung von Beruf- und Privatleben. Wer rund um die Uhr für seinen Job Feuer und Flamme ist, wird sehr schnell ausgebrannt sein. Eine stetige Überlastung ist problematisch - nicht die kurzfristigen Anstrengungen oder die "kleinen Tiefs".
Treten einige Symptome bei Ihnen auf, hinterfragen Sie zunächst ihre aktuelle Situation, beruflich wie privat. Wichtig ist für die Betroffenen, Entspannung zu finden. Ein Urlaub reicht nicht immer aus. Aber einige kleine Veränderungen können bereits Wunder bewirken.
So können Sie vorbeugen
Konzentrationsprobleme können erste Hinweise auf ein Burnout-Syndrom sein.Ziehen sich Müdigkeit, Lustlosigkeit und Verdruss über einen längeren Zeitraum hin, sollten Sie Hilfe aufsuchen. Denn das Burnout-Syndrom ist eine Krankheit. Diese kann durch verschiedene Therapien wie Musik, Bewegung und ausgewogene Ernährung geheilt werden. Körper und Seele sollen wieder in Gleichklang gebracht werden – für eine Alltagsbewältigung in "aller Ruhe". In schweren Fällen ist eine drei- bis vierwöchige stationäre Behandlung unumgänglich. Fachleute fordern daher eine frühzeitige Bekämpfung des Massenphänomens Burnout: Die Verminderung des Leistungsdrucks im Berufsleben und bessere Arbeitsumfelder. Letztlich geht es für die Betroffenen vor allem darum, neue Motivation zu finden und ihre negative Einstellung gegenüber Arbeit und Leben zu überwinden.
Stand: 22.09.2011
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