Internetsucht
High geklickt - wenn das Internet nicht mehr loslässt
Gwendolyn Mayer
Surfen, spielen, chatten - das Internet macht vielen Menschen Spaß. Wenn sie jedoch ohne das Netz nicht mehr leben können, wird es problematisch. Ab wann genau wird es gefährlich? Welche Kriterien für Internetsucht gibt es? Und wo gibt es Hilfe für Betroffene?
Sie verbringen Tage und Nächte im Internet, ignorieren Müdigkeit, Rückenschmerzen und Hunger: Internetsüchtige brauchen weder Alkohol noch Drogen, um "high" zu sein. Denn der nächste K(l)ick findet online statt. Internetsucht - auch Onlinesucht genannt - gehört zu den nicht stoffgebundenen Abhängigkeiten wie Glücksspiel-, Sport- oder Arbeitssucht, die ebenso ernst zu nehmende psychische Störungen sind wie substanzgebundene Süchte.
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Gefährliche Folgen
Onlinesüchtige können beim Glücksspiel im Internet viel Geld verlieren.Die Folgen des krankhaften Internetkonsums sind einerseits körperliche Beschwerden (Augen- und Rückenprobleme, Mangelerscheinungen, Untergewicht oder extremes Übergewicht). Noch problematischer aber sind die psychosozialen Auswirkungen: Die Betroffenen verlieren den Kontakt zur Realität, Leistungen in der Schule oder am Arbeitsplatz werden in Mitleidenschaft gezogen, im Extremfall verlieren sie ihren Arbeitsplatz. Manche geben viel Geld auf kostenpflichtigen Seiten oder bei Online-Glücksspielen aus, die in Deutschland verboten sind. Beziehungen zu Freunden und Verwandten gehen in die Brüche. Die Folge dieser oft langen Abwärtsspirale: Verwahrlosung.
Verschiedene Formen der Sucht
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So genannte "MMORPGs" ("Massively Multiplayer Online Role-Playing Games", auf deutsch etwa "Online-Rollenspiele für extrem viele Mitspieler"), sind Spiele, bei denen sich mehrere tausend Gamer gleichzeitig einloggen können und mit einer virtuellen Figur ("Avatar") in einer Fantasy- oder Science-Fiction-Welt Abenteuer erleben. Viele MMORPGs sind zeitlich nicht begrenzt. Sie bergen ein großes Suchtpotenzial, da das Spiel im Prinzip nie zu Ende ist. Prominentes Beispiel ist "World of Warcraft", das für seine gewaltsamen Szenarios oft kritisiert wird.
Oft wird Internetsucht mit Computerspielsucht gleichgesetzt. Dies ist nur bedingt richtig, denn exzessive Internetnutzung kann in verschiedenen Bereichen stattfinden. Laut dem Klinischen Psychologen Ralf Demmel von der Universität Münster wird zwischen fünf Arten der Internetsucht unterschieden: Online-Sexsucht, Online-Glücksspielsucht, Online-Beziehungssucht, Mail- und Surfsucht sowie Online-Rollenspielsucht.
Kriterien für Internetsucht
Da Internetsucht keine offizielle Diagnose aus den gängigen Klassifikationen der Medizin ist, muss die Entscheidung, ob jemand süchtig ist, individuell getroffen werden. Hier können Sie überprüfen, ob Sie gefährdet sind oder ob ihr Kind betroffen ist. Die fünf Kriterien sind der Studie "Stress und Sucht im Internet" der Humboldt-Univerität Berlin (2001) entnommen. Wenn Sie den folgenden Aussagen zustimmen, sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (Hinweise dazu siehe nächstes Kapitel):
Bin ich internetsüchtig?
Wer ist gefährdet?
Die meisten exzessiven Internetnutzer sind unter 30 Jahre alt, viele davon sind Schüler oder Studenten. Eine Ausnahme bilden die Süchtigen, die von Online-Beziehungen oder Online-Kommunikation abhängig sind. Das Selbsthilfeportal "Onlinesucht.de" gibt an, dass dies vornehmlich Frauen zwischen 30 und 55 Jahren sind.
Frauen suchen im Internet oft nach Kommunikation, zum Beispiel in Chatrooms oder Foren.Von Sexsucht und Glücksspiel im Internet sind mehr Männer als Frauen betroffen. Online-Rollenspiele ziehen ebenfalls vermehrt Männer an, allerdings sprechen Spielehersteller verstärkt auch Frauen als Zielgruppe an (zum Beispiel mit dem Spiel "Die Sims"). Frauen sind eher von Online-Kommunikationssucht betroffen, wenn sie Chatrooms oder Foren übermäßig nutzen.
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Hilfe für Betroffene
Stand: 31.10.2009
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Droge Computerspiel und Internet [3sat]
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Internetsucht bei Jugendlichen [br]
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Disziplin und Drill gegen Bits und Bytes
Chinas Kinder unter Druck [tagesschau]









