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Die HbbTV-Technologie
Internet trifft Fernsehen
Sybille Klormann
HbbTV - so heißt die Technologie, die Internetinhalte auf den TV-Bildschirm bringt. Per Fernbedienung können Sie verpasste Sendungen in Mediatheken aufrufen, bekommen einen modernen Videotext und eine ausführliche Programmvorschau. ARD.de zeigt, wie es geht und welche Geräte Sie dafür brauchen.
Fünf Buchstaben geistern seit einiger Zeit durch die Medien - doch die wenigsten wissen, was genau sich hinter HbbTV - Hybrid broadcast broadband TV - eigentlich verbirgt. Dabei handelt es sich um eine kleine Fernsehrevolution: Internetinhalte können künftig auch auf dem Fernsehbildschirm aufgerufen werden.
Mehr Informationen zum laufenden Programm
In der Praxis sieht das so aus: Bei Fernsehsendern, die HbbTV anbieten, erscheint am Bildrand der rote Button "Einblenden". Ein Druck auf den roten Knopf der Fernbedienung und sie kommen zu den HbbTV-Angeboten des jeweiligen Senders. Bei den Angeboten der ARD versteckt sich dahinter ein modernisierter Videotext, der schneller und individuell gestaltbar ist und auch Bilder und Videos anbietet. Ein noch größeres Informationsangebot zum laufenden Programm bekommen Zuschauer mit der Elektronischen Programmvorschau (EPG). Neben Datum, Uhrzeit und Dauer und Kurzbeschreibungen werden auch Trailer angeboten. Ein weiterer Zusatzdienst ist die personalisierbare Programmvorschau von bis zu 14 Tagen. Geplant ist außerdem, dass sich die Zuschauer künftig am laufenden Programm aktiv beteiligen können, etwa bei Abstimmungen oder Meinungsumfragen.
Mediatheken auf dem TV-Bildschirm
Auch die Fernseheditionen der Mediatheken können Sie mit der Fernbedienung ansteuern: Parallel zum laufenden Programm im Ersten und den dritten Programmen können Sie in neun Mediatheken (ARD Mediathek, Das Erste Mediathek, die Mediatheken von WDR, SWR, NDR, MDR, rbb, Radio Bremen und Einsfestival) ARD-Sendungen suchen, auswählen und auf Ihrem Fernsehbildschirm abspielen. Den aktuellen "Tatort" können Sie so beispielsweise am Sonntag auch noch nach 23 Uhr sehen. Daneben gibt es ein eigenes Angebot der "Tagesschau" und diverser ARD-Radiosender, beispielsweise Fritz, 1LIVE, Bayern 2 und Bayern 4.
Wie kann man HbbTV empfangen?
Um HbbTV nutzen zu können, benötigen Sie für Ihren Fernseher ein zusätzliches Empfangsgerät. Mittlerweile bieten zahlreiche Firmen, unter anderem TechniSat, solche Geräte an. Weitere Hersteller haben angekündigt, dass sie zu Beginn der IFA eigene Produkte vorstellen werden.
Wer sich aber ohnehin einen neuen Fernseher anschaffen will, benötigt häufig gar keinen externen Receiver mehr: Bei zahlreichen Fernsehern von Sony, Samsung, Toshiba, Philipps, Sharp und Loewe ist der HbbTV-Empfang bereits integriert.
Derzeit ist HbbTV nur für den digitalen Satellitenempfang (DVB-S) verfügbar. Auch sollten Sie mindestens einen DSL 6000-Internetanschluss haben, um das Angebot uneingeschränkt nutzen zu können. Aus denselben Gründen ist der Zugang mit einem analogen Fernsehgerät nicht zu empfehlen. Gute Bildqualität und das fehlerfreie Abspielen der Angebote erzielt man am besten mit einem HD-fähigen Fernsehgerät.
Öffentlich-Rechtliche sind Vorreiter
ARD, ZDF und arte sind in Deutschland Vorreiter der HbbTV-Technologie. Jeder Haushalt, der die notwendigen Geräte besitzt, kann die Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender seit 2010 nutzen. Die Privaten ziehen langsam nach: Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 hat mittlerweile den Betrieb aufgenommen, RTL bereitet weiterhin den Start eines eigenen "HD Text" vor.
Hersteller weichen von Standardnormen ab
Das HbbTV-Angebot der ARD orientiert sich an Standardnormen, die im Juni 2010 in Europa festgelegt wurden und von vielen Geräteherstellern, Satellitenbetreibern und Software-Häusern unterstützt werden. Einige Hersteller weichen von diesem Standard ab und bieten zusätzlich ihre eigenen Lösungen an: Panasonic nennt sein Web-Portal VieraCast, Sony Internet TV, LG bietet sein Web TV, Samsung das Internet@TV an. Auf diesen Geräten ist die Verfügbarkeit der HbbTV-Angebote nur eingeschränkt möglich.
Stand: 02.09.2011
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