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24.05.2012

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Bioenergie

Beginn des Inhaltes


Ein Rapsfeld, dahinter Bäume Foto: dpa/picture-alliance

ARD.de-Spezial

Energie aus Raps, Melonen und Co.

In Raps, Wassermelonen, Algen und Holz schlummert viel Potenzial zur Energieerzeugung. Biomasse nennt man diese Energieträger aus nachwachsenden Rohstoffen. Sie können durch Vergären, Vergasen oder Verbrennen in Treibstoff, Wärme oder Strom umgewandelt werden. Im Idealfall klimaneutral, denn es wird nur so viel CO2 freigesetzt wie zuvor beim Wachstum in den Pflanzen gespeichert wurde. Kritiker sehen aber auch negative Klimaeffekte wie beispielsweise bei der Rodung von Tropenwäldern für Palmölplantagen. Angesichts des weltweiten Hungers seien Nahrungsmittel nicht dazu da, Kraftwerke zu befeuern, sondern Menschen zu ernähren.


Ein Maiskolben auf dem Feld Foto: colourbox.com

Ernährungskrise

Lieber in den Tank oder auf den Teller?

Etwa eine Milliarde Menschen müssen weltweit hungern. Deshalb ist die Kritik an erneuerbarer Energie durch Nahrungsmittel groß. Der Boom der Energiepflanzen verteuert die Rohstoffe: Um 50 Prozent stieg zum Beispiel der Maispreis. So muss Mexiko über Dreiviertel seines Mais' importieren - als Folge wurde das Grundnahrungsmittel Tortilla unerschwinglich für die Armen. [hr]


Weizenernte Foto: dpa/picture-alliance

Hoffnungsträger Biomasse

Energiepflanzen statt Heizöl und Steinkohle

In Deutschland bauen Landwirte zunehmend Energiepflanzen an. Raps, Rüben oder Mais werden dann zu Treibstoffen wie Biodiesel oder zu Gas weiterverarbeitet. Rund 3.700 Biogasanlagen lieferten im Jahr 2009 6,4 Millionen Megawattstunden Strom. In Zukunft könnten Algen eine größere Rolle spielen. Sie produzieren bis zu 30 Mal schneller Biomasse als Raps und Mais.  [wdr]


Wald in der Rhön Foto: dpa/picture-alliance

Ökologen warnen

Ökosystem: Grenzen der Biomasse-Nutzung

Biomasse soll einer der zentralen Träger der erneuerbaren Energieversorgung werden. Doch die Befürworter einer energetischen Verwertung von Pflanzen mit Stumpf und Stiel haben Ökologen auf den Plan gerufen, die auf Versuchsflächen in Schweden erforschen, was die vollständige Entfernung von Bäumen bis hinab zum Wurzelteller für das Ökosystem bedeutet. [dlf]


Rapsdiesel in einem Glas Foto: dpa/picture-alliance

Biokraftstoffe

Zweite Generation: Vom Samen und Korn zur ganzen Pflanze

Biokraftstoffe sollen Benzin und Diesel ersetzen. Doch noch ist der Ertrag von Raps und Mais mit rund 1.500 Litern pro Hektar eher bescheiden. Bislang können nur Samen und Korn zu Sprit gemacht werden. Wissenschaftler forschen deshalb an Verfahren, um auch den Rest der Pflanzen in Gas zu wandeln. Das brächte dreifache Erträge und weniger Konkurrenz zu den Nahrungsmitteln. [dlf]


Eine Frau im Labor des Wissenschaftszentrums Straubing Foto: dpa/picture-alliance

Grüne Chemie

Biomasse als Rohstoff für die Chemie

Erdöl ist noch die Grundlage der meisten Chemieprodukte wie Kunststoff oder Farbe. Langfristig will die Industrie aber nachwachsende Biomasse als Rohstoff nutzen. Aus Stärke und Pflanzenöl werden bereits Bioethanol und Biodiesel sowie in kleineren Mengen auch Bausteine für Chemikalien gewonnen. Doch Stärke und Öle machen nur ein Prozent der Biomasse aus. [dlf]


Eine aufgeschnittene Wassermelone inmitten von Melonen als ganze Frucht Foto: dpa/picture-alliance

Neue Ansätze

Bioenergie aus Melonensaft, Algen und Stroh

In vielen Laboren arbeiten Forscher an neuen Ansätzen. In den USA wollen Wissenschaftler aus dem Saft von Wassermelonen, die ausgesondert auf dem Feld liegen bleiben, pro Hektar zwischen 170 und 220 Liter Ethanol machen. Potsdamer Biotechnologen forschen an der Energienutzung von Algen und in Karlsruhe konzentrieren sich Wissenschaftler auf das Verschwelen von Stroh. [br]

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