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Die Überalterung der Gesellschaft stellt auch das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Vor welchen Problemen werden wir etwa im Jahr 2050 stehen und welche Lösungsvorschläge gibt es?
Ein Rentner verursacht im Durchschnitt drei- bis viermal so hohe Ausgaben bei den Krankenkassen wie ein Erwerbstätiger. Die Gesundheitsausgaben für Menschen über 65 Jahre und älter übersteigen die Einnahmen der Krankenkassenbeiträge insgesamt. Das ist bei Erwerbstätigen genau umgekehrt und vereinfacht gesagt, wird so unser Gesundheitssystem finanziert. Doch wie sieht es aus, wenn sich das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern, Jung und Alt, Gesunden und Kranken ändert?
Die Prognose des Statistischen Bundesamtes in ihrer 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung zeigt, dass sich wahrscheinlich das Verhältnis zwischen Jung und Alt in Deutschland deutlich ändern wird. Heute kommen 32 Rentner über 65 Jahre auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren. Bei einer vorsichtigen Prognose wird sich die Zahl der Rentner bis 2050 auf 64 verdoppeln. Zu dieser Entwicklung tragen zwei Faktoren bei: Zum einen gehen die Statistiker davon aus, dass die Lebenserwartung weiter steigen wird, zum anderen nimmt die Zahl der Beitragszahler ab. Zwar zahlen auch Rentner ihren Beitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung, doch dieser liegt nach Angaben der Krankenkassen im Durchschnitt bei der Hälfte dessen, was ein Erwerbstätiger zahlt.
Ob ein längeres Leben auch gleichzeitig zu gesteigerten Gesundheitsausgaben führen muss, wird kontrovers diskutiert. Die Anhänger der sogenannten Kompressionsthese erklären, dass zwar die Lebenserwartung weiter steigt, die Menschen aber auch länger gesund und aktiv bleiben werden. Dazu soll auch der medizinisch-technische Fortschritt beitragen. Der Zeitpunkt, an dem alterstypische Erkrankungen auftreten, verschiebt sich nach hinten, so dass sich auf der Ausgabenseite nicht viel ändern wird.
Demgegenüber steht die sogenannte Medikalisierungsthese: Sie geht davon aus, dass ein verlängertes Leben zu einer Erhöhung der Versorgungsausgaben führt. Verschiedene Studien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass einiges für die Kompressionsthese spricht, dies aber nicht verallgemeinert werden kann. Es gibt sogar Hinweise, dass es von der sozialen Schicht abhängt. Bildung und ein höheres Einkommen führen zu einer besseren Gesundheit. Doch weder für die Kompressions- noch die Medikalisierungsthese gibt es bislang eindeutige Beweise.
Gesundheitsökonomen haben für beide Thesen ausgerechnet, wie sich der Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenkassen in den kommenden Jahrzehnten bei einem steigenden Anteil alter Menschen verändern wird. Bei gleichbleibenden Bedingungen hinsichtlich Leistungen der Krankenkassen ist aufgrund der demografischen Entwicklung mit einem Beitragssatz von etwa 19 Prozent zu rechnen, wenn die Kompressionsthese zutrifft. Zu diesem Ergebnis kommt Stefan Fetzer, Mitarbeiter beim Wissenschaftlichen Beirat der betrieblichen Krankenkasse in seiner Studie.
Wird der Berechnung die Medikalisierungsthese zugrunde gelegt, steigt der Beitrag um weitere gut zwei Prozent an. Der wichtigste Faktor für die Beiträge der Krankenversicherungen ist der medizinisch-technische Fortschritt. "In der Vergangenheit hat der medizinisch-technische Fortschritt zu überproportionalen Kostensteigerungen im Gesundheitssektor geführt. Sollte dieser auch in Zukunft anhalten, sind auch Beitragssätze um die 30 Prozent denkbar. Allerdings nur unter der unrealistischen Annahme, dass die Politik keinerlei Maßnahmen ergreift, dem vorzubeugen", erklärt Fetzer.
Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zur Frage: "Kurz vor dem Kollaps: Wie ist das Gesundheitssystem zu retten?" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.






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