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Menschen, die in ihren Traumberufen arbeiten, verfolgen eine Leidenschaft. Aber gerade Ballerinen, Schauspieler oder Feuerwehrmänner vollbringen täglich körperliche und geistige Höchstleistungen. Kann man damit alt werden?
Die Berliner Schauspielerin Alexa Surholt, 39
Es gibt Menschen, die wissen von klein auf, was sie "mal werden wollen". Nichts kann sie davon abbringen, nicht das nachsichtige Lächeln ihrer Eltern, nicht die Warnungen ihrer Lehrer und auch nicht die Unsicherheiten, mit denen sie der Berufsmarkt konfrontiert.
Diese Menschen sind nicht nur auf der Suche nach einem geregelten Einkommen, sie verfolgen eine Leidenschaft, und wie das so ist mit den Leidenschaften, man kommt von ihnen nicht los. Aber es sind gerade die so genannten Traumberufe, die mit dem Älterwerden auf Kriegsfuß stehen: Ballerinen, Pilotinnen, Schauspieler, Feuerwehrmänner – sie alle vollbringen körperliche und geistige Höchstleistungen. Kann man damit alt werden?
Auf diese Frage antworten eine Berliner Schauspielerin und ein Brandenburger Hufschmied. So verschieden ihre Lebenswelten auch sind, sie teilen die Begeisterung für ihre Arbeit und die Meinung, dass sie in ihrem Beruf immer besser werden, je älter sie sind.
Alexa Surholt als Sarah Marquardt in der ARD-Arztserie "In aller Freundschaft"
Alexa Surholt, 39, vor allem bekannt in ihrer Rolle als Sarah Marquardt in der ARD-Arztserie "In aller Freundschaft", öffnet die Tür ihrer großen Berliner Altbauwohnung. Sehr natürlich, bei sich, sinnlich – all die Attribute, die Frauen von Mädchen unterscheiden, fallen einem ein.
Bis der Milchkaffee fertig ist, hat sie mit ihrer dunklen Stimme auch das letzte Eis gebrochen. "Wie ich zu meinem Beruf gekommen bin? Der Wunsch, Schauspielerin zu werden, war immer da. Ich hab schon als Kind Filme gemacht und Theater gespielt. Man muss seinem Wunsch folgen, sonst wird man unglücklich."
Die gleiche Frage geht auf einem Brandenburger Pferdehof an Volker Schurig, ebenfalls 39, selbständiger Hufschmied. Mit einem scharfen Messer beugt er sich unerschrocken über den Hinterhuf eines unruhigen braunen Pferdes. "Ich wollte immer Schlosser werden, wie mein Vater. Es hat mich fasziniert, was der aus Stahl basteln konnte. Dann fing ich mit dem Reiten an. Mein Reitlehrer hatte Schulden, deshalb kam kein Schmied auf den Hof und er hat die Pferde selbst ausgeschnitten. Da keiner da war, der die Pferdefüße hochgehalten hat, musste ich ran. Ich war der einzige Junge, der genug Mut hatte, auch die Wilden fest zu halten. Der Reitlehrer sagte dann: Werd doch Hufschmied, dann hast du beides – Eisen und Pferde. Da war ich 13 Jahre alt und das war für mich DIE Idee schlechthin."
Hufschmied Volker Schurig, 39, vor seiner "mobilen Schmiede"
Nach drei Jahren Ausbildung und Abschlussprüfung an der Berliner Schauspielschule stand Alexa Surholt "erst mal blöd da". Und musste feststellen: "Das Grundprinzip in diesem Beruf ist, dass man eigentlich nie materielle Sicherheit hat. Das hat, wenn man 20 ist, eine sehr beflügelnde Wirkung. Man hat noch keine Familie, man hat die Freiheit noch überall hinzugehen, alles auszuprobieren, für kein Geld zu arbeiten, weil's ein tolles Projekt ist. Diese Freiheit sollen junge Schauspieler und Schauspielerinnen für ihren Entwicklungsprozess auch haben."
Auch Volker Schurig wurde für die Ausübung seines Traumberufes vor einige Hürden gestellt. Da Hufbeschlagschmied kein Lehrberuf ist, hat er zunächst eine Lehre als Schlosser begonnen und ging dann an eine Lehrschmiede. Die lange Ausbildung war finanziell nicht einfach: "So musste ich immer noch nebenbei arbeiten, damit ich mein eigenes Pferd finanzieren konnte, abends und am Wochenende auch. Ich habe in einem Büro Belege sortiert oder im Bau und beim Schweineschlachten mitgeholfen. Was auf dem Land eben so anfällt. Das war super, denn so habe ich eine ganze Menge gelernt. Damals war ich 20."
Viele Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zur Frage: "Traumberuf: Mit 50 auf dem Abstellgleis?" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet.




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Teil 2: Wo liegen die Grenzen?
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