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Frankreich wird Schätzungen zufolge bis 2050 einen Bevölkerungszuwachs von 9,6 Prozent verzeichnen. Die Geburtenrate lag im Jahr 2006 bei 1,9 Kindern pro Frau und lag damit in Europa auf Platz drei hinter Island und Irland.
Das ist vor allem der Familienpolitik geschuldet, denn Frankreich gilt als familienpolitisches Musterland: Ein gut ausgebautes teils öffentliches, teils privates Betreuungssystem erlaubt es den Franzosen, mehr Kinder zu bekommen. Zielgruppe der Familienpolitik sind allerdings nur Frauen, Väter werden nicht gefördert.
Im Zentrum der Politik steht die Familie. Nach der Geburt können Frauen wegen des ausreichenden Betreuungsangebotes ohne Probleme in den Beruf zurückkehren. Tagesmütter sind über den Staat sozial versichert und erhalten einen Mindestlohn. Bereits ab drei Jahren gehen französische Kinder in die - für Eltern kostenlose - Vorschule. Entsprechend hoch ist die Erwerbsquote von Frauen in Frankreich. Außerdem schafft der französische Staat finanzielle Anreize, beispielsweise durch Familien-Splitting (im Gegensatz zum deutschen Ehegatten-Splitting): Dabei wird die Steuerlast im Verhältnis zur Anzahl der Kinder reduziert - unabhängig von den Beschäftigungsverhältnissen der Eltern. Die höchste Entlastung erfahren dabei Familien mit mindestens drei Kindern. Ab dem dritten Kind wird der Mutterschutz verdoppelt - auf 26 Wochen.
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