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Wie Italien haben auch Spanien und Portugal eine sehr niedrige Geburtenrate. Um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken, fehlt es beiden Regierungen noch an schlüssigen Maßnahmen.
Anfang der 1990er Jahre sanken die Geburtenraten in Spanien und Portugal auf ihren Tiefpunkt, seitdem liegt die Zahl der Kinder pro Frau bei durchschnittlich 1,25 in Spanien und 1,4 in Portugal. Staatlich geförderte Betreuungsangebote gibt es kaum.
Die Zahlung von Kindergeld hängt vom Familieneinkommen ab. Für das erste Kind werden monatlich 24,25 Euro gezahlt (Stand: 2006), dabei darf das Jahreseinkommen nicht über 9.091,99 Euro liegen. Ab drei Kindern erhalten Familien eine zusätzliche finanzielle Förderung. Nicht berufstätige Mütter erhalten ebenfalls Unterstützung. Ein geringes Angebot an Mietwohnungen und sehr hohe Mietpreise führen - ähnlich wie in Italien - dazu, dass Frauen und Männer länger bei ihren Familien wohnen und die Familiengründung auf später verschieben. Daher steigt das Durchschnittsalter von Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes stetig, was sich ebenso negativ auf die Gesamtzahl der Geburten auswirkt.
Weder die spanische noch die portugiesische Regierung haben eine klare Familienpolitik mit konkreten Maßnahmen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Im Juni 2007 hat die spanische Regierung eine - öffentlich heftig diskutierte - Einmalzahlung von 2.500 Euro für jedes neugeborene (oder neu adoptierte) Kind eingeführt. Außerdem wurde 2007 der Urlaub, der einem Vater zur Geburt seines Kindes zusteht, von zwei auf 15 Tage bei vollem Lohnausgleich erhöht. Laut dem spanischen Sozialministerium nehmen zwei Drittel aller Männer den Vaterschaftsurlaub. Demografie-Experten sind sich jedoch darüber einig, dass diese Maßnahmen nur eine sehr geringe Auswirkung auf die Geburtenrate haben werden.
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