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Etikett vom SR Foto: SR

Allein erziehende Mutter

"Ich bin nicht nur Mama, sondern auch Freundin"

Beide berufstätig, allein erziehend oder "klassisch": Wie schaffen Sie es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen? Das hat ARD.de acht verschiedene Familien gefragt. Petra Blandfort ist allein erziehend und hat zwei Söhne.

Familie Blandfort Foto: SR, Reitler

Petra Blandfort (42), Arzthelferin
Sohn Florian (14 ), Schüler
Sohn Sebastian (19), Azubi Lagerlogistik

ARD.de: Wie schaffen Sie es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen?
Petra Blandfort: Hauptsächlich durch meine Familie: Dass ich einfach die Familie im Hintergrund hab', sonst würde das nicht gehen. Wir kennen das halt nicht anders, sind seit 14 Jahren allein. Wenn die Familie nicht wäre, könnten wir vieles, vieles gar nicht machen, auch finanziell nicht.

Was finden Sie an Ihrer familiären Situation am schwierigsten?
Petra Blandfort: Am schwierigsten ist, dass ich zu wenig Kontrolle über meine Kinder habe, dass ich oft nicht da bin und die auf sich selber angewiesen sind. Dass sie zu viel alleine sind. Vor allem am Nachmittag besteht die Gefahr, dass sie zu viel fernsehen oder zu viel am Computer sitzen. Ich komm' ja abends erst ganz spät nach Hause.

Was gefällt Ihnen an Ihrer familiären Situation am besten?
Petra Blandfort: Dass es einfach funktioniert. Dass es dadurch, dass wir auf uns drei angewiesen sind, wenig Ärger gibt. Ich habe also keine Probleme mit denen – auch nicht, was Rauchen, Alkohol oder Drogen angeht. Und dass wir einfach diesen Zusammenhalt haben, den es in anderen Familien halt nicht unbedingt gibt, die allein erziehend sind. Wir haben immer viel Spaß, und wir drei können uns einfach aufeinander verlassen. Ich bin nicht nur Mama, sondern so ein bisschen auch Freundin – das ist einfach schön.

Was würden Sie sich als Familie von der Politik wünschen?
Petra Blandfort: Finanzielle Unterstützung, was wir also absolut nie, nie hatten. Zum Beispiel wäre es wichtig gewesen, Kindergartenplätze kostenlos zu haben. Oder dass zum Beispiel auch eine Betreuung nachmittags in den Schulen angeboten wird, die ich nicht bezahlen muss. Das kann ich nämlich nicht. Deswegen ist der Florian nicht da drin. Oder auch früher im Kindergarten, dass man da alles zahlen muss, was die Schule möchte, ob das Ausflüge sind oder Kopien. Dass man all das bezahlen muss, was mit Schule oder Ausbildung zu tun hat, dürfte absolut nicht sein. Das ist etwas, was mich immer wahnsinnig gestört hat.

Das Interview führte Patrick Reitler.

  • Kommentare
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Henriette | 22.04.2007 | 01.38 Uhr
Es ist doch eine Scheindebatte!
Der Politik geht es nur darum die sich auftuende Lücke bei den Beschäftigten, wegen der geringen Geburtenrate auszufüllen. Es geht nicht um die Eltern bei der ganzen Krippendiskussion und um die Kinder schon gar nicht. Plötzlich verliert eine Ehefrau ihren Unterhaltsanspruch, dann überlegt man ob das Kindergeld gekürzt werden könnte. Man will das Heer der Sozialbeitagszahler erhöhen und setzt sich über die Gesundheit der Mütter und Kinder hinweg.
Die, welche am unschuldigsten an der desolaten Zukunft sind, sollen nun dafür bluten.
Michael, 5 Kinder | 21.04.2007 | 16.35 Uhr
Familie und Beruf gut miteinander zu vereinbaren ist vielleicht mit einem oder zwei Kindern kein Problem. Je mehr Kinder, desto schwieriger. Auch bei guter Organisation und Kinderbetreuung ist das Problem nicht gelöst, da die Fremdbetreuung und zusätzlich notwendige Haushaltshilfe nur von sehr gutverdienende Mehrfachmüttern bezahlbar ist. Aber gerade Großfamilien sind auf Zusatzeinkommen angewiesen, da das Kindergeld den Unterhalt eines Kindes keineswegs deckt. Der Kindergeldzuschlag steht nur schlecht verdienenden Eltern auf der Bemessungsgrundlage von Harz4-Empfängern zu (d.h. verarmt). Aus diesem Grunde sind Mehrkindfamilien meist von Armut betroffen.
Grit Brunner | 20.04.2007 | 12.14 Uhr
Familie und Beruf zu koordinieren ist eine Frage der Organisation und der eigenen Einstellung zu beidem. Familie und vorallem meine 1 1/2 jährige Tochter gehen immer vor. Als Sebstständige bin ich trotz der Geburt meiner Tochter nicht zu hause gelieben, sondern habe sie mit ins Büro genommen. Seit dem sie 6 Monate alt ist, geht sie in die Krippe, was für sie keine Belastung darstellt. Für mich ist Beruf und Familie nichts, was sich gegenseitig auschließt, sondern etwas, was auch gleichzeitig gut gelebt werden kann.

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sr | Stand: 04.04.2007
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