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Etikett vom SR Foto: SR

Allein erziehender Vater

"Das ist eben eine Mehrfachbelastung"

Beide berufstätig, allein erziehend oder "klassisch": Wie schaffen Sie es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen? Das haben wir acht verschiedene Familien gefragt, die ihren Alltag unter verschiedenen Voraussetzungen meistern. Thomas Groß ist allein erziehend und hat einen elfjährigen Sohn.

Familie Groß Foto: SR

Thomas Groß (46), Sonderschullehrer
Sohn Lucas (11), Schüler

ARD.de: Wie schaffen Sie es, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen?
Thomas Groß: Man muss sich die Zeit genau einteilen, man muss längerfristig vorausdenken und planen und einen disziplinierten Zeitplan einhalten. Und dann kommt mir natürlich noch mein Beruf ein bisschen insofern entgegen, dass ich vormittags tätig bin bis in den Mittag und dann eben zu Hause sein kann. Was nicht heißt, dass ich dann keine Arbeit mehr hab'.

Was finden Sie an Ihrer familiären Situation am schwierigsten?
Thomas Groß: Die Mehrfachbelastung. Also ich muss meine beruflichen mit meinen häuslichen Verpflichtungen und erzieherischen Pflichten meinem Sohn gegenüber koordinieren. Das ist eben eine Mehrfachbelastung, die schon schwierig ist.

Was gefällt Ihnen an Ihrer familiären Situation am besten?
Thomas Groß: Ich hab das Gefühl, dass wir beide zusammen, mein Sohn und ich, dadurch dass der Haushalt kleiner ist, eben auch leichter unsere Freizeit gestalten können. Wenn mehrere Personen im Haushalt sind – klassisches Modell einer vierköpfigen Familie – da gilt es mehr Personen unter einen Hut zu bringen als nur zwei. Und dann natürlich auch wieder in Verbindung mit meinem Beruf, dass wir beide zugleich Ferien haben.

Was würden Sie sich als Familie von der Politik wünschen?
Thomas Groß: Da ist natürlich in erster Linie die finanzielle Seite von Bedeutung. Ich denke da aber weniger an mich als an Familien, die möglicherweise finanziell schlechter gestellt sind als ich, und an die allein Erziehenden, die möglicherweise darauf angewiesen sind, den ganzen Tag beruflich tätig zu sein, die den ganzen Tag über unterwegs sein müssen und dabei die Erziehung nicht in dem Umfang leisten können, wie das unter anderen Umständen der Fall wäre.

Es kommt ja auch auf das Alter des Kindes an: Wenn da ein Kleinkind ist oder ein Vorschulkind, dann müssen entsprechende Einrichtungen da sein, damit die Kinder untergebracht werden können. Und wenn es Schulkinder sind, dann müsste das so organisiert sein, dass eine wirklich gute Betreuung bis in den späten Nachmittag stattfinden kann. Das würde schon sehr entlasten.

Das Interview führte Patrick Reitler.

Weitere Informationen zum Thema:


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sr | Stand: 04.04.2007
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