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Die Schicksale von Kevin, Jessica und Dennis schockieren die Öffentlichkeit. Immer wieder starben in den vergangenen Jahren Kinder an den Folgen von Vernachlässigung oder Misshandlung. Laut UNICEF kommen jährlich rund hundert Kinder in Deutschland auf diese Weise ums Leben.
Am Grab des kleinen Kevin aus Bremen
Ende 2001
Die Mutter des kleinen Dennis’ versteckt ihren toten Sohn in einer Kühltruhe, wo er erst im Juni 2004 gefunden wird. Der Sechsjährige starb völlig entkräftet und bis auf die Knochen abgemagert. Die Eltern werden wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
Januar 2003
Die dreijährige Karolina stirbt an einer Gehirnblutung, nachdem sie vom Lebensgefährten ihrer Mutter tagelang brutal misshandelt wurde. Ihre Mutter legt das sterbende Kind in der Toilette des Krankenhauses in Weißenhorn ab. Das Paar wird zu lebenslanger Haft verurteilt.
Juli 2004
Michelle ist zwei Jahre, als sie in der Wohnung ihrer Eltern in Hamburg an einem Hirnödem als Folge einer Mandelentzündung stirbt. Die Eltern waren trotz des lebensbedrohlichen Zustandes ihrer Tochter nicht mit ihr zum Arzt gegangen. Das Landgericht Hamburg verurteilt sie wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung der Fürsorgepflicht zu je drei Jahren Haft.
März 2005
Über Monate verhungert in Hamburg die siebenjährige Jessica. Am Schluss erstickt das völlig abgemagerte Kind am eigenen Erbrochenen. Das Gericht in Hamburg verurteilt die Eltern zu lebenslangen Haftstrafen.
Frühjahr 2005
Auch in Sachsen-Anhalt verhungert ein Kind. Die Leiche des zweijährigen Benjamin wird aber erst ein Jahr später in einer Mülltonne auf dem Grundstück der Eltern gefunden. Das Paar muss wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen viereinhalb Jahre ins Gefängnis.
Januar 2006
Der eineinhalb Jahre alte Justin stirbt im Krankenhaus, nachdem er von seiner Mutter mit Rotkohl voll gestopft worden war. Todesursache ist ein Hirnversagen durch Sauerstoffmangel. Mediziner finden weitere Beweise von Misshandlungen am Körper des Kindes.
März 2006
In Sachsen-Anhalt entdeckt ein Mann auf dem Dachboden seiner von ihm getrennt lebenden Frau eine skelettierte Babyleiche. Die Polizei findet zwei weitere tote Säuglinge. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Kinder vor 2001 lebend zur Welt kamen und wirft der Frau Totschlag vor.
Juni 2006
Das Landgericht Frankfurt (Oder) verurteilt wegen achtfachen Totschlags die 40-jährige Mutter von neun toten Babys zu 15 Jahren Haft. Die 13-fache Mutter soll die Kinder zwischen 1992 und 1998 heimlich geboren und dann getötet haben. Ein neunter Fall von 1988 ist verjährt. Die Mutter hatte die Leichen in Gefäßen auf dem Balkon und dem elterlichen Grundstück vergraben, wo sie erst im Juli 2005 gefunden wurden.
Oktober 2006
Der zweieinhalb Jahre alte Kevin aus Bremen wird tot im Kühlschrank seines Ziehvaters entdeckt. Der Junge stand seit dem Tod seiner drogensüchtigen Mutter 2005 unter der Vormundschaft des Jugendamtes, lebte aber beim Lebensgefährten seiner Mutter. Der drogenabhängige 41-Jährige wird verdächtig, Kevin schwer misshandelt zu haben. Der kleine Junge erlitt kurz vor seinem Tod fünf Knochenbrüche, die zu einer Embolie und zum Tod führten.
November 2006
Ein Ehepaar aus Gifhorn in Niedersachsen steht im Verdacht, den Tod der dreijährigen Nadine jahrelang verheimlicht zu haben. Gegen den Vater wird Haftbefehl wegen möglicher Kindesmisshandlung und Körperverletzung mit Todesfolge erlassen.
Dezember 2006
Polizistinnen finden in einer Wohnung im thüringischen Sömmerda ein totes Baby. Der zehn Monate alte Leon ist verdurstet, weil ihn seine 20 Jahre alte Mutter vier Tage lang unversorgt in der Wohnung zurückgelassen hatte. Seine zweijährige Schwester Lena wird mit akutem Flüssigkeitsmangel ins Krankenhaus gebracht.
Autorin: Katrin Heine
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