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Etikett vom BR Foto: BR

Gesellschaft 2050

Wenn die Zukunft Kinder kriegt

27. März 2050: Endlich - das erste Baby des Jahres ist geboren! Die Bundes-Demografie-Beauftragte Gracia von der Leyen hat auf einer Pressekonferenz verkündet, dass im niederbayerischen Deggendorf ein Mädchen zur Welt gekommen ist.

Von der Leyen kam persönlich ans Bett der jungen Mutter und lobte das Engagement der 46-jährigen Datenbanktechnikerin Celine M. Zugleich dankte sie dem zehnköpfigen Team aus Ärzten, Hebammen und Reproduktionsexperten, das die Entbindung leitete. In der bundesweiten Live-Übertragung appelliert von der Leyen, es dem Vorbild der Deggendorferin gleich zu tun: "Kinder sind Zukunft - das muss endlich wieder in die Köpfe der Menschen."

Neben Glückwunsch-Mails aus ganz Deutschland überreichte Deggendorfs City-Manager Torben-Hendrik Huber der glücklichen Erstgebärenden die Ehrenbürger-Gratifikation samt Incentive-Gutscheinen für Pekip-Mentaltraining und Baby-Ayurveda. 

Rentner hoffen auf ihre Chance

Erneut diskutiert wird mit der Geburt der kleinen Martine-Paris M. das umstrittene BfA-Senioren-Modell "Rente Kids plus", bei dem Rentner durch Kinderbetreuung ihre Altersbezüge aufbessern können. Pro Betreuungsstunde erhalten Senioren, die mit 75 Jahren regulär aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, einen Bonus von 3,50 Euro.

So flatterten Celine M. bereits während der von den regionalen Medien begleiteten Schwangerschaft Bewerbungen von mehr als 300 Rentnern ins Haus: "Sie alle bieten mir ihre Dienste an und hoffen, nun endlich eine Chance zu bekommen", berichtete die junge Mutter. Von der Leyen sagte in diesem Zusammenhang: "Die Bundesregierung steht nach wie vor zu diesem Modell. Denn anders sind Rente und Kinderbetreuung zum momentanen Zeitpunkt nicht finanzierbar."

13 + 2 = 15 Tage Baby-Chill-Out

Doch nicht nur die Entscheidung für den passenden "Rente Kids plus"-Jobber muss Celine M. jetzt treffen, sondern auch ihren Arbeitsalltag als allein erziehende Berufstätige mit Kind neu organisieren. Nach Ende ihres 13-tägigen Jahresurlaubs plus zwei Mutterschaftstagen wird die Spezialistin für ökologische Datenbanken den Baby-Chill-Out beenden, wie sie in einer Video-Einspielung erklärte.

Die studierte Wirtschaftsinformatikerin erhält von ihrem Arbeitgeber deshalb nicht nur die betrieblich vorgeschriebene Demografie-Prämie, sondern auch einen Tele-Arbeitplatz mit integrierter Videoleitung, über die sie während der Stillzeit in den kommenden Monaten ihr Team in der Firma dirigieren kann.

Von der Leyen lobte in ihrer Ansprache den Arbeitgeber als vorbildlich, da er so einen Weg aufzeige, die für Mutter und Kind biologisch unersetzliche Zeit des Wochenbetts mit der ökonomischen Verantwortung für die bundesdeutsche Wirtschaft zu verbinden.

Autor: Frizz Lauterbach

  • Kommentare
    Einige Internet-Nutzer haben uns ihre Meinung zur Frage: "Ein zu düsteres Zukunftsbild oder ein realistisches Szenario?" geschrieben. Die Kommentar-Möglichkeit ist inzwischen beendet. Alle Kommentare finden Sie nachfolgend zum Nachlesen.
V. Winter | 18.04.2007 | 20.27 Uhr
Ich glaube kaum, dass diese Vision der Zukunft richtig ist.
Mal ehrlich, wäre ich noch einmal 25 und gutausgebildet, was würde mich in einem miefigen Rentnerstaat, in dem Alte jede familienfreundliche Reform boykotieren würden, halten.
Natürlich würde ich mir zur Familiengründung ein anderes Land aussuchen. Vieleicht Frankreich. Es hat eine bessere Demografie und familienpolitisch einen großen Vorsprung. Und ich wäre nicht alleine, auch die Industrie würde sich wegen Fachkräftemangel von hier verabschieden.
Alexander | 17.04.2007 | 15.01 Uhr
Hallo,



warum geht man hier immer von solch düsteren Bildern aus?

Kann es nicht sein, dass sich die Menschheit in 50 Jahren weiterentwickelt?

Vielleicht sind bis dahin viele der dringensten Probleme gelöst?

Nicht nur im Bezug auf Kinderbetreuung sondern auch andere Probleme, wie Klimawandel, Armut, Wasserknappheit,...



Warum werden hier nur düstere Szenarien beschrieben wie sie in vielen aktuellen Science-Fiction-Filmen dargestellt werden?



Hat denn noch niemand Star Trek gesehen? Dort hat sich die Menscheit zu einem besseren Leben weiterentwickelt.

Wäre dies nicht auch möglich???
Detlef Naumann | 13.04.2007 | 04.27 Uhr
Für die Hälfte der Väter gilt:

Die Zukunft für die Väter mit den Kindern: Ab 199,00 Euro Unterhalt monatlich und einem Besuchsrecht alle 14 Tage für ein paar Stunden - vielleicht!

Maximal 890,00 Euro Selbstbehalt, der Rest steht zur Pfändung für Unterhalt frei.

Kinder sind Zukunft - aber was für eine!

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br | Stand: 04.04.2007
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