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Sie haben in der Schule nicht automatisch überragende Noten. Manche stören den Unterricht und spielen den Klassenclown, andere ziehen sich zurück und leben in einer Traumwelt. Eltern und Lehrer sind meist ratlos, wenn die Diagnose lautet: Ihr Kind ist hoch begabt.
Brauchen viele Anreize: Hochbegabte Schüler
Janis ist Schüler der dritten Klasse, als er keine Lust mehr auf Schule hat. Der Unterrichtsstoff langweilt ihn, zu den Mitschülern findet er kaum Kontakt, beim Lehrer keine Unterstützung. Seine Mutter vermutet bereits seit längerem, dass Janis anders ist als andere Kinder seines Alters. Nur was an ihm anders ist, das weiß sie lange Zeit nicht.
Ein vorsichtiger Hinweis an den Lehrer, ihr Sohn sei vielleicht unterfordert, wird ignoriert. Vielmehr muss sie sich anhören, ihr Sohn würde sich nicht in die Klasse integrieren. Nach langem Ringen entschließen sich die Eltern, ihren Sohn bei einem Schulpsychologen vorzustellen. Der stellt sehr schnell die Diagnose hoch begabt. Erst als sie dieses Ergebnis dem Lehrer zeigen, ändert sich dessen Einstellung Janis gegenüber. Er gibt dem Jungen zusätzliche Schulaufgaben, damit er mehr gefordert ist.
Nicht jedes Kind hat das Glück wie Janis, dass seine Hochbegabung gleich erkannt wird. Manche quälen sich und ihre Umgebung jahrelang, geben den Klassenkasper und fallen im Unterricht unangenehm auf. Andere wiederum – besonders Mädchen – leben in einer Traumwelt und nehmen überhaupt nicht am Unterricht teil. Nicht jedes dieser Kinder ist gleich ein Genie. Hinter einem auffälligen Verhalten kann auch schlicht ein Störenfried oder ein überfordertes Kind stecken. Darum ist es für Lehrer und Eltern mitunter sehr schwierig, aber auch so wichtig, die richtige Diagnose möglichst früh zu stellen. Wie erkennt man einen hochbegabten Schüler?
Der gängige Weg, eine Hochbegabung festzustellen, ist der Intelligenztest bei einem Schulpsychologen. Entweder kontaktiert man den Schulpsychologen seiner jeweiligen Schule oder sucht nach den schulpsychologischen Beratungsstellen der Länder im Netz. Gängigerweise wird dann ein Intelligenztest mit dem Kind gemacht, bei dem das abstrakte Denkvermögen gestestet wird. Bei einem IQ über 130 spricht man von Hochbegabung. Das ist bei zwei bis drei Prozent der Schüler der Fall. Das heißt, diese Kinder haben eine ungewöhnlich schnelle Auffassungsgabe und ein sehr gutes Gedächtnis.
Auch wenn diese Kinder in der geistigen Entwicklung Gleichaltrigen um Jahre voraus sind, in der körperlichen und seelischen Entwicklung sind sie es nicht. Darum fällt es diesen Kindern so schwer, Freunde zu finden. Mit Gleichaltrigen langweilen sie sich. Mit älteren Jugendlichen können sie sich locker unterhalten, werden von diesen aber häufig nicht ernst genommen, weil sie noch so jung sind.
Für Lehrer und Eltern liegt die besondere Herausforderung darum in der richtigen Förderung der besonderen Talente, damit aus den Kindern nicht plötzlich totale Leistungsverweigerer werden. Was gibt es für Möglichkeiten für Hochbegabte? Die bekanntesten sind ein früherer Schuleintritt oder das Überspringen von ein bis zwei Schulklassen.
Kleine Wunderkinder: Schülerin einer Grundschule für Hochbegabte
Es gibt Kinder, die das vehement ablehnen und androhen, eher schlechte Schularbeiten zu schreiben, als die Klasse zu wechseln. Für diese Kinder ist es besser, außerschulisch geeignete Fördermaßnahmen zu finden. Sei es durch das Erlernen eines Instruments, einer Sprache wie Chinesisch oder die Teilnahme an der Mathe-Olympiade. Ebenso gibt es in jedem Bundesland spezielle Hochbegabten-Klassen an Schulen, die die Kinder zusätzlich fordern. Ausführliche Informationen gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für das hoch begabte Kind.
Eltern sollten dabei stets ihre eigene Erwartungshaltung überprüfen. Zwar gehen solche Schulen besser auf die geistigen Bedürfnisse der hoch begabten Kinder ein. Doch möchten Eltern, dass ihr Kind zu einer Elite gehört? Mindestens genauso wichtig ist es, dass diese Kinder lernen, den ganz normalen Alltag zu meistern. Denn daran scheitern die kleinen Genies zumeist, wenn Eltern nicht ihr tägliches Leben organisieren.
Kurz zusammengefasst:Wenn ein Kind ...
... dann sollten Eltern darüber nachdenken, ob ihr Kind besondere Fähigkeiten hat, die es zu fördern gilt!
Autorin: Georgia Tscharke
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