Die ARD ist ein gemeinwohlorientierter Medienverbund d. h. sie ermöglicht Medienangebote, die alle Menschen mit Information, Bildung, Kultur und Unterhaltung versorgen. Um diese Aufgabe unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Interessen erfüllen zu können, finanziert sich die ARD vor allem durch den Rundfunkbeitrag, der auf Basis eines solidarischen Modells vom Beitragsservice erhoben wird. Solidarisch bedeutet dabei, dass alle Menschen sowie Unternehmen und Einrichtungen in Deutschland einen Beitrag leisten und so das öffentlich-rechtliche Programm ermöglichen. Menschen, die sich aus gesundheitlichen oder aus sozialen Gründen nicht an der Finanzierung des Beitrags beteiligen können, können eine Befreiung oder Ermäßigung beantragen. So ist sichergestellt, dass der Rundfunkbeitrag sozialverträglich ist.

Häufige Fragen zum Rundfunkbeitrag

Wer bestimmt, wie hoch der Rundfunkbeitrag ist?

Die Ministerpräsident*innen der Bundesländer und ein unabhängiges Sachverständigengremium ermitteln die Höhe des Rundfunkbeitrages in einem mehrstufigen Verfahren, dem sogenannten KEF-Verfahren. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die Höhe des Rundfunkbeitrags unabhängig und demokratisch ermittelt wird:

  • Die Rundfunkanstalten ermitteln, wie viel Geld sie für die Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags benötigen. Diesen melden sie dann dem Sachverständigengremium - der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF).
  • Die KEF analysiert die angemeldete Summe und empfiehlt im sogenannten KEF-Bericht eine aus ihrer Sicht notwendige finanzielle Ausstattung der Rundfunkanstalten.
  • Auf der Grundlage dieses KEF-Berichts legen die Ministerpräsident*innen der Länder die Höhe des Beitrags fest. Dazu müssen alle 16 Landesparlamente zustimmen.

Wie hat sich die Höhe des Rundfunkbeitrags im Zeitverlauf entwickelt?

Der Rundfunkbeitrag beträgt derzeit 18,36 Euro pro Monat. Nachdem der Beitrag zum 1. April 2015 erstmals in seiner Geschichte von 17,98 Euro auf 17,50 Euro gesenkt wurde, galt diese Beitragshöhe bis zum 20. Juli 2021. Danach wurde der Beitrag um 86 Cent auf die aktuelle Höhe von 18,36 Euro angepasst.

Wie verhält sich der Rundfunkbeitrag im Vergleich zu anderen Verbraucherpreisen?

Die Grafik zeigt, wie sich die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag, die der ARD in den Jahren 2009 bis 2017 zur Verfügung standen, im Vergleich zum Verbraucherpreis-Index und ausgewählten Verbraucherpreisen entwickelt haben.

Von 2009 bis 2012 entwickelten sich die anteilig der ARD zur Verfügung stehenden Erträge aus dem Rundfunkbeitrag stetig rückläufig. In dieser Zeit stiegen andere Kosten jedoch weiter an, wie unter anderem der Blick auf die Entwicklung des Verbraucherpreis-Index und anderer Kosten zeigt.

Aufgrund der umstellungsbedingten Mehrerträge lagen die Erträge aus dem Rundfunkbeitrag im Jahr 2014 insgesamt erstmals wieder über dem Verbraucherpreis-Index. In den Jahren 2015 bis 2017 haben die zurückgehenden Erträge aus dem Rundfunkbeitrag jedoch wieder dazu geführt, dass das Niveau unter dem Verbraucherpreis-Index lag.

Wohin fließt der Rundfunkbeitrag?

Die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio bilden den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Auch die Aufsichtsbehörden für private Medienprogramme – die Landesmedienanstalten (LMA) – finanzieren sich durch den Rundfunkbeitrag. Die Tabelle auf der nachfolgend verlinkten Seite schlüsselt auf, wie sich ein Beitrag auf Basis der 18,36 Euro auf die einzelnen Anstalten in den Jahren 2020/21 aufteilt.

Hier finden Sie eine genauere Übersicht zur Verwendung des Rundfunkbeitrags.

28.11.2022