Jugendliche und Onlinemedien: Smartphones - Teil 2

Smartphone Screenshot Display mit Ordner Soziale Netze Apps Facebook Twitter WhatsApp Instagram. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Social Media: Facebook, WhatsApp und Co.

Daniel Isengard

Den gesamten Freundeskreis immer in der Hosentasche. Soziale Netzwerke wie Facebook oder Messenger wie WhatsApp sind gute, neue Kommunikationswege. Dabei entstehen aber auch neue Gefahren.

Wie groß kann ein Freundeskreis sein? Fünf bis zehn gute Freunde? Der neue Freundeskreis bei Kindern und Jugendlichen ist größer, viel größer. Hunderte Freunde, zumindest bei Facebook, einem der beliebtesten sozialen Netzwerke. Der kleinere, engere Freundeskreis befindet sich woanders - bei WhatsApp. Dort tauschen sich nach Angaben der insgesamt 84 Prozent der 12- bis 19-Jährigen mehrmals täglich aus. Die Facebook-App liegt auf dem zweiten Platz. Fast die Hälfte der Jugendlichen sind täglich in diesem sozialen Netzwerk aktiv. Dabei sind WhatsApp und Facebook nicht unbedingt für diese Zielgruppe gedacht.

Altersbeschränkung

Fragt man Facebook nach dem Mindestalter für die Registrierung, erhält man als Antwort: "Du musst mindestens 13 Jahre alt sein, um dich bei Facebook registrieren zu können". WhatsApp schreibt in seinen AGBs sogar ein Mindestalter von 16 Jahren vor. Kontrolliert wird diese Altersvorgabe allerdings bei keinem der beiden Netzwerke. Die Kontrolle liegt dadurch auch in der Verantwortung der Eltern, denn soziale Netzwerke bergen verschiedene Gefahren.

Unkontrollierte Verbreitung von Daten

Ein Gerichtsurteil vom September 2015 zeigt, wie Daten schnell über soziale Netzwerke verbreitet werden können. Ein 13-jähriger Gymnasiast aus Berlin-Steglitz ließ sich von seiner damaligen Freundin erotische Fotos von ihr schicken, teilweise unbekleidet oder nur in Unterwäsche. Der 13-Jährige behielt die Fotos jedoch nicht für sich, sondern leitete sie an seine Freunde weiter. Die Bilder verbreiteten sich schnell. Die Schülerin verklagte ihren inzwischen Ex-Freund. Dieser wurde vom Gericht zu 1.000 Euro Strafe verurteilt. 

Sexting: Smartphone Display in Hand gehalten Bild zeigt Frau in Unterwäsche. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

"Sexting" nennt sich die Form des erotischen Nachrichtenaustauschs. Unter Jugendlichen ist das Sexting durchaus verbreitet, mehr als ein Viertel der 12- bis 19-Jährigen haben in der JIM-Studie 2014 angegeben, schon mal im Freundeskreis den Austausch von erotischen Bildern mitbekommen zu haben. Mit dem Austausch von Daten wie Bildern oder Videos in sozialen Netzwerken sollte man ohnehin vorsichtig umgehen.

Rechteabgabe an Facebook und WhatsApp

Nutzer von Facebook und WhatsApp geben bestimmte Rechte an die sozialen Netzwerke ab, bei allem, was sie hochladen. Beide Unternehmen weisen in ihren Geschäftsbedingungen darauf hin, dass sie alles, was der Nutzer veröffentlicht, weltweit weiterverbreiten und benutzen können. Das bedeutet: Bilder und Videos, die auf Facebook veröffentlicht oder via WhatsApp verschickt worden sind, dürfen von den Unternehmen für andere Zwecke genutzt werden. 

Prinzipiell gilt bei den meisten sozialen Netzwerken: Was ein Mal im Netz war, bleibt für immer im Netz! Darüber sollten Kinder und Jugendliche aufgeklärt werden, bevor sie mit den Netzwerken in Kontakt kommen, um Inhalte mit ihren Freunden zu teilen.

Mobbing in sozialen Netzwerken

Der direkte und schnelle Austausch über WhatsApp und Facebook bietet viele Möglichkeiten. Leider hat das auch negative Konsequenzen. Begriffe wie "Shitstorm" oder "Cybermobbing" sind erst durch Facebook und WhatsApp entstanden. Fast jeder fünfte Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren ist in sozialen Netzwerken schon gemobbt worden (JIM-Studie 2014).

Cybermobbing Kind mit Händen vor dem Gesicht sitzt vor Laptop Facebook geöffnet. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Was aber können Kinder und Jugendliche tun, wenn sie online gemobbt werden? Experten und Psychologen empfehlen, Cybermobbing sofort zu melden und sich mit Eltern oder Lehrern darüber auszutauschen. Am besten geht man auch gar nicht auf die beleidigenden Kommentare ein und blockiert beispielsweise den Account des Mobbers.

Grundsätzlich gilt: Je weniger ich bei Facebook und WhatsApp von mir Preis gebe, desto weniger mache ich mich angreifbar. Im Fall von Cybermobbing bietet auch das Kinder-und Jugendtelefon unter 116111, der "Nummer gegen Kummer", Hilfe an.

Fazit

Soziale Netzwerke und Messenger-Dienste wie Facebook und WhatsApp sind sehr beliebt bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren. Sie bieten die Möglichkeit, sich schnell und jederzeit mit seinen Freunden vernetzen zu können. Freundschaften können länger und intensiver gepflegt werden. Der Umgang mit sozialen Netzwerken gehört zum Tagesablauf. Genau wie beim Fahrrad fahren im Straßenverkehr müssen Kinder und Jugendliche auch online einige Dinge beachten. Wichtig ist vor allem der Schutz der Privatsphäre, nicht zu viel von sich im Internet zu verraten. Ein regelmäßiger Austausch mit Eltern und Lehrern sowie ein vorsichtiger Umgang mit Facebook, WhatsApp und Co. sind wichtig, damit es im digitalen Freundeskreis keinen Ärger gibt.

Stand: 30.09.2015, 13.30 Uhr

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