Deutschlands Osten - ein Land ohne Glauben? - Teil 2

Datenprojekt "Land ohne Glauben?" - eine Bestandsaufnahme

Bindung an Kirche

Eine Landkarte der Konfessionen in Deutschland zeigt bis auf wenige Ausnahmen eine deutliche Teilung in Ost und West. Die Ergebnisse des letzten Zensus zeigen eindeutig, dass in den neuen Bundesländern sehr viel mehr Menschen konfessionslos sind als in den alten. Eine Bestandsaufnahme in Zahlen.

Laut dem Zensus sind etwa in Sachsen-Anhalt 83 Prozent, in Brandenburg 79,7 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 79,5 Prozent konfessionslos. Acht von zehn Menschen sind in den neuen Bundesländern nicht an eine öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft gebunden. In Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind es nur zwei bis drei. Die Stadt Weimar liegt mit einem Anteil von 94,1 Prozent deutschlandweit an der Spitze der Konfessionslosigkeit. 

Die Vergleiche zwischen einzelnen Städten und Kreisen bieten deutliche Hinweise auf die gefragten Zusammenhänge. Exemplarisch werden im Folgenden jeweils zwei Regionen verglichen, die in ihrer Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur sowie, abgesehen von der deutschen Teilung, auch in ihrer Geschichte viele Gemeinsamkeiten teilen. Doch im Anteil der Konfessionslosen liegen sie jeweils weit auseinander - und damit auch in vielen anderen vergleichbaren Aspekten des sozialen Verhaltens.

Vergleichsregionen in Ost und West

Die Hansestädte Wismar in Mecklenburg-Vorpommern (43.000 Einwohner) und Lübeck (216.000) in Schleswig-Holstein sind zwar unterschiedlich groß, teilen aber eine lange Geschichte als wohlhabende Handelsstädte der Hanse. 

Darstellung: