Deutschlands Osten - ein Land ohne Glauben? - Teil 5

Eine Bestandsaufnahme in Zahlen

Glaube und Lebenserwartung

Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Aber verlängert er auch das Leben? Auf den ersten Blick: Ja! Ein Vergleich der kirchlichen Bindung mit der Lebenserwartung legt diesen Zusammenhang zumindest nahe. Dort wo die meisten Kirchenmitglieder leben, ist die Lebenserwartung höher.

Allerdings nur auf den ersten Blick. Während sich die neuen Bundesländer bei der konfessionellen Bindung auf der Karte deutlich abgrenzen, verschwimmen diese Grenzen bei der Lebenserwartung. Beim getrennten Vergleich der Lebenserwartung von Männern und Frauen scheint es gar zusätzliche Trennlinien im Osten Deutschlands zu geben. Bei den Männern liegt die Lebenserwartung in der Region rund um Berlin sowie in weiten Teilen Sachsens etwas höher als in den anderen östlichen Teilen.

Bei den Frauen ist die Ost-Grenze in Sachen Lebenserwartung nahezu gänzlich verschwunden. Zwischen Thüringen und Bayern ist die ehemalige innerdeutsche Grenze nicht mehr auszumachen. Die Frauen in Sachsen (Region Dresden 84 Jahre) werden sogar fast genauso alt wie jene in Baden-Württemberg (Region Stuttgart ca. 84,5 Jahre). Das legt nahe, dass auch andere Faktoren wie Ernährung, Wohlstand und Bildung Einfluss auf die Lebenserwartung haben.

Stand: 11.06.2017, 10.55 Uhr

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