Deutschlands Osten - ein Land ohne Glauben? - Teil 6

Eine Bestandsaufnahme in Zahlen

Glauben, Jugendliche und Religionsunterricht

Kein Bock auf Gott! Das gilt zumindest für den überwiegenden Teil der Jugendlichen im Osten Deutschlands. Weder mit Kirche noch mit Religionsunterricht wollen die meisten 12- bis 15-Jährigen behelligt werden. Immerhin ein Drittel sieht den Religionsunterricht auch im Westen kritisch.

Die 12- bis 15-Jährigen in den neuen Bundesländern haben mit der Kirche nach wie vor nicht viel im Sinn. An der atheistischen Orientierung des Ostens wird sich deshalb wahrscheinlich auch durch das Heranwachsen neuer Generationen so schnell nichts ändern. Konfessioneller Nachwuchs in Größenordnungen ist nicht in Sicht. Der Anteil konfessionsloser Jugendlicher ist seit 1991 nur leicht gesunken. Damals gaben 79 Prozent dieser Altersgruppe an, keiner Kirche anzugehören. 24 Jahre später sind immer noch fast zwei Drittel nicht in der Kirche. Im Westen erhöhte sich im gleichen Zeitraum der Anteil konfessionsloser Jugendlicher geringfügig von 10 auf 15 Prozent.

Wie sehr im Osten Religion und Glaube als eine Privatangelegenheit aufgefasst werden, zeigt auch die Einstellung der Ostdeutschen zum Religionsunterricht. Zwei Drittel gaben im Jahr 2016 an, dass es an staatlichen Schulen gar keinen Religionsunterricht geben sollte. Bei den Westdeutschen äußerte nur jeder Dritte diese Meinung. Ähnlich hoch liegt die Ablehnung religiöser Symbole an Schulen. 63,9 Prozent der Ostdeutschen sprachen sich für ein Verbot aus. Im Westen waren es nur 30,2 Prozent.

Stand: 11.06.2017, 10.55 Uhr

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