Maxime Lenkiewicz

Maxime Lenkiewicz. | Bildquelle: Maxime Lenkiewicz

Maxime Lenkiewicz - Jude

"Der Glaube verbindet Menschen"

Maxime Lenkiewicz ist Student und übt den jüdischen Glauben aus. Im Interview spricht er über seinen Weg zum Glauben und erzählt, wie Mitmenschen auf seine Religion reagieren.

Herr Lenkiewicz, woran glauben Sie?

Maxime Lenkiewicz: An das Judentum.

Wie sind Sie zu Ihrem Glauben gekommen – und wann?

Da meine Eltern jüdisch sind, bereits seit meiner Geburt.

Welche Rolle spielt Ihr Glaube - im Alltag, im Leben, im Beruf?

Im Beruf selbst spielt mein Glaube keine gewichtige Rolle, im Alltag aber schon. Viele meiner Freunde und Bekannten, die ich in erster Linie durch die Gemeinde und Ferienlager kennengelernt habe, sind ebenfalls jüdischen Glaubens. Außerdem begenet man im Alltag häufig dem Thema Judentum und Religion. Ich praktiziere meinen Glauben nicht in vollem Umfang, aber ich achte darauf, grundlegende Rituale einzuhalten. Ich halte mich an die wichtigsten Feiertage und achte auf die jüdische Speisegesetze.  


Zur Person

Maxime Lenkiewicz studiert Maschinenbau und lebt in Hessen. Der 26-Jährige wurde in das Judentum hinein geboren, lebt den Glauben seiner Eltern heute aber sehr bewusst. Für ihn bietet Glaube die Möglichkeit, Menschen zu verbinden.

Welche Reaktionen bekommen Sie von Menschen?

Viele Menschen sind zunächst etwas überrascht, da Sie vorher keine Berührungspunkte mit Menschen jüdischen Glaubens hatten. Die meistens Menschen, die ich treffe, sind aber sehr interessiert mehr zu erfahren. Häufig ziehen sie dann direkt Parallelen zu anderen Religionen. 

In welchen Momenten zweifeln Sie an Ihrem Glauben oder hadern mit ihm?

Als Naturwissenschaftler fällt es mir teilweise schwer, alles nachzuvollziehen, was in der in der Thora steht. An der Existenz eines Gottes zweifel ich aber dennoch nicht. Mit meinem Glauben hadere ich nie. In der Welt passiert zwar viel Schlechtes - auch im Namen der unterschiedlichen Glaubensrichtungen. Ich bin der Meinung, dass das aber weniger mit Religion zu tun hat, sondern eher an einzelnen Personen liegt.

Erzählen Sie uns von einem besonderen Glaubenserlebnis!

Da fällt mir spontan eine Sportveranstaltung von 2015 ein. Im Sommer fanden die European Maccabi Games, eine Sportveranstaltung für jüdische Sportler aus ganz Europa, in Berlin statt. Genau an dem Ort, wo 1936 noch jüdische Sportlerinnen und Sportler von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurden. Teil dieser besonderen Veranstaltung gewesen zu sein, mit tausenden Menschen meines Glaubens, hat mir letztendlich gezeigt, dass der Glaube vereint. 

Das Interview führte Carolin Albrand. 

Stand: 16.06.2017, 10.31 Uhr

Trailer zur Themenwoche 2017: Woran glaubst du?. | Bildquelle: MDR Video

Glaube hat viele Gesichter

Blog zur Themenwoche: "Woran glaubst Du?"

Darstellung: